KI-Agenten 2026: Was OpenAI Dots und Meta Muse unterscheidet
OpenAI hat mit „Dots“ einen KI-Agenten vorgestellt, der rund um die Uhr Aufgaben übernehmen soll. Er tritt gegen Metas „Muse“ an, doch beide Anbieter setzen auf unterschiedliche Zielgruppen.
OpenAI-Chef Sam Altman hat am 29. September 2026 auf der Entwicklerkonferenz DevDay den KI-Agenten „Dots“ vorgestellt. Er soll Nutzerinnen und Nutzer entlasten und Aufgaben eigenständig erledigen, etwa Termine abstimmen, Dokumente entwerfen oder Software entwickeln. Laut Fortune tritt OpenAI damit direkt gegen „Muse“ an, den Agenten von Meta, der seit Anfang September verfügbar ist. Altman beschrieb Dots laut CBS News als KI-Helfer, der einem stets den Rücken freihalte. Beide Systeme arbeiten mit Zustimmungsregeln, unterscheiden sich aber bei Zielgruppe, Preis und Verfügbarkeit. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist bislang keiner der beiden Agenten ohne Weiteres nutzbar.
Dots arbeitet auf einem eigenen Cloud-Computer weiter
Nach Angaben von Adweek erhält jeder Dot einen eigenen Cloud-Rechner mit Browser und arbeitet auch dann weiter, wenn die Nutzer nicht online sind. Gesteuert wird der Agent über ChatGPT, Slack und Microsoft Teams, Textnachrichten sollen folgen. Er greift auf mehr als 4.000 verbundene Anwendungen zu und lernt laut MacRumors aus dem Feedback der Nutzer. Für Unternehmen gibt es spezialisierte Varianten, etwa für Einkauf, Rechnungsprüfung oder Kundenservice. Laut Handelsblatt setzen OpenAI-Entwickler Dots bereits selbst ein, um täglich Dutzende Programmfehler zu beheben.
Muse richtet sich an Verbraucher und läuft auch über WhatsApp
Meta hat Muse nach Angaben von Tech Insider am 8. September 2026 gestartet. Der Agent schreibt E-Mails, plant Reisen, koordiniert Kalender und erledigt Einkäufe. Zugriff besteht über eine App und über WhatsApp, Voraussetzung sind ein Alter ab 18 Jahren und eine hinterlegte Zahlungskarte. Wie Adweek berichtet, stieg Muse schnell an die Spitze der App-Charts von Apple und Google. Der Unterschied liegt im Ansatz: Meta vermarktet Muse an Endkunden, während OpenAI vor allem Unternehmen ansprechen will.
Bis zu 500 Dollar im Monat bei OpenAI, bis zu 100 Dollar bei Meta
Wie Fortune berichtet, führt OpenAI einen neuen Tarif für 500 Dollar im Monat ein, der Pro-Tarif für 200 Dollar erhält geringere Nutzungsgrenzen. In den Tarifen Pro und Business Premium ist ein Dot ohne Aufpreis enthalten. Muse gibt es laut Jörg Schieb in drei Stufen: kostenlos, „Power“ für 20 Dollar und „Maximum“ für 100 Dollar im Monat. Der Vergleich hinkt allerdings, weil Dots Teil bestehender ChatGPT-Abos ist, während Muse eigene Tarife hat. Alle Preise gelten nach US-Angaben, Stand 30. September 2026.
Zustimmungsregeln sollen Fehlgriffe verhindern
Beide Agenten fragen vor heiklen Schritten nach. Bei Dots legen Nutzer fest, welche Aktionen der Agent erlauben, freigeben lassen oder sperren soll. Muse holt nach Tech Insider vor Ausgaben und dem Versand von Nachrichten eine Bestätigung ein. Wie CBS News berichtet, hält OpenAI ein neues Modell zurück, weil es die Grenzen seiner Befugnisse nicht zuverlässig genug einhielt. Offen ist, wie zuverlässig die Regeln im Alltag greifen, denn unabhängige Tests beider Agenten liegen bislang nicht vor.
Europa muss bei beiden warten
Muse ist nach Angaben mehrerer Berichte nur in den USA verfügbar. Dots ist laut Fortune zunächst nicht in der EU, der Schweiz und Großbritannien erhältlich, OpenAI nennt dafür keine offizielle Begründung. Widersprüchlich sind die Berichte dazu, ob Unternehmen mit Business-Premium-Tarif in Deutschland schon Zugriff haben. Wer beruflich einen Einsatz plant, sollte vor dem Start Zugriffsrechte und Datenschutz klären und Freigabe-Regeln eng setzen. Privatnutzer müssen abwarten, bis ein Europa-Start angekündigt ist.
Quellen: Fortune, Handelsblatt, CBS News, Adweek, MacRumors, Tech Insider, Jörg Schieb, retail-news.de, drweb.de, KI-unterstützt