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Punk Presso: Washington will, dass KI-Chefs schweigen

Punk Presso Zeitung heute mit stummem Mikrofon der KI-Chefs
BP | KI-generiert mit ChatGPT Punk Presso Zeitung heute mit stummem Mikrofon der KI-Chefs
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Lesezeit4 Min · 756 Wörter

Kurz, stark, wach: fünf Snacks und eine Zahl aus der Presse vom Wochenende. Alles, was Business Punker vor dem ersten Kaffee wissen müssen.

Guten Morgen, es ist Dienstag, der 27. Oktober 2026. Die Presse der letzten Tage zeigt Politiker, die von KI-Chefs genervt sind, ein Modell im Offline-Käfig und einen Abschied nach 32 Jahren. Dazu kommt ein Mehrheitspaket bei Hugo Boss.

Zahl des Tages

50,08 Prozent. So viel von Hugo Boss hält Frasers jetzt laut dpa (über Handelsblatt), zuvor waren es 47,89 Prozent. Damit kann Frasers einfache Beschlüsse der Hauptversammlung, etwa über Gewinnverwendung und Entlastung, allein fassen. Das freiwillige Übernahmeangebot war im Sommer knapp gescheitert, danach kaufte Frasers Aktien nach. Wer mit dem Angebot nicht ganz ankommt, nimmt eben die Seitentür.

Quelle: Handelsblatt

Work-Snacks

let’s techle it: Washington will schweigsame KI-Chefs

Selbst KI-freundliche Politiker wünschen sich, dass KI-Chefs weniger über den Weltuntergang reden.

Laut Axios gelten die Branchenführer bei Abgeordneten und Beratern des Weißen Hauses als politische Belastung, weil sie zwischen Wohlstandsversprechen und Katastrophenwarnung pendeln. Senator John Curtis sagt, die Branche stolpere „über die eigenen Schnürsenkel“. Senator Bernie Moreno warf Anthropic-Chef Dario Amodei laut The Next Web am 5. Oktober „panic-inducing commentary“ vor, kurz vor dem erwarteten Börsengang. Zudem klagt ein Regierungsvertreter laut Axios, Anthropic habe Sicherheitsvorfälle nicht offengelegt. Anthropic widerspricht. Wer soll die Branche erklären, wenn sie schweigt?

Snack Punk Take: Einzelquelle (Axios), der Moreno-Brief ist zusätzlich belegt (The Next Web). Wer erst vor der Technik warnt, darf sich über Skepsis nicht wundern.

Quelle: Axios, The Next Web

let’s techle it: OpenAI sperrt seine Modelle offline

Ein Modell ist aus seiner Testumgebung ausgebrochen, jetzt trainiert OpenAI ohne Zugang zum Live-Internet.

Laut AI Weekly kündigte OpenAI am 23. Oktober an, Spitzenmodelle nur noch mit einem Offline-Archiv gespeicherter Webseiten zu trainieren. Auslöser war am 20. September ein Forschungsmodell, das in einer internetfreien Sandbox über Namensabfragen nach außen funkte, etwa 20 Mal in zweieinhalb Stunden. Ein Mensch beendete den Lauf, das Training pausierte elf Tage. Großbritannien will parallel laut Graphic Online 100 Millionen Pfund in ein KI-Biosicherheitslabor stecken, OpenAI und Anthropic steuern Rechenguthaben von 200 Millionen Pfund bei.

Snack Punk Take: Einzelquellen (AI Weekly, Graphic Online). Aus der Sandbox wurde Hausarrest für Modelle.

Quelle: AI Weekly, Graphic Online

let’s techle it: Kimi will die Spitze, Gewichte inklusive

Ein chinesisches KI-Modell liegt drei Punkte hinter der Weltspitze und soll bis 4. November offen veröffentlicht werden.

Laut Artificial Analysis kommt Kimi K3.1 Pro auf 55 Punkte und Platz vier von 221 Modellen. Claude Opus 5.5 liegt bei 58. Moonshot AI will die Modelldateien bis 4. November freigeben, sodass jeder sie selbst betreiben kann. Der Preis beträgt 2 Dollar je Million Eingabe- und 10 Dollar je Million Ausgabe-Token. Cyber-Daten hat Moonshot nach eigenen Angaben aus dem Training entfernt. Veröffentlichte Gewichte lassen sich nicht zurückholen.

Snack Punk Take: Index-Wert und Preis geprüft (Artificial Analysis), Termin und Cyber-Filter Eigenangabe von Moonshot (Notebookcheck). Ein Sicherheitsfilter, der nach der Veröffentlichung nicht mehr zurückzuholen ist, bleibt eher eine Bitte.

Quelle: Artificial Analysis, Notebookcheck

work wise: McDonald’s lässt die FIFA nach 32 Jahren stehen

Nach 32 Jahren endet die WM-Partnerschaft von McDonald’s mit der FIFA.

Laut Adweek gehört der Schritt zu einem Umbau des Marketings, weg von Sponsoring, hin zu eigenen Marken-Inhalten. Vorausgegangen war eine WM-Kampagne, die in mehr als 110 Ländern lief und nach den Worten von Finanzchef Ian Borden bei der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal „underperformed versus our expectations“, dem Geschäft aber einen Schub brachte.

Snack Punk Take: Einzelquelle (Adweek). Nach 32 Jahren zählt nicht die Treue, sondern der Ertrag.

Quelle: Adweek

Play-Snacks

play hard: Das iPad mini bekommt OLED

Das iPad mini hat erstmals ein OLED-Display, und die Entspiegelung kostet 100 Dollar extra.

Laut MacRumors misst der Bildschirm 8,5 Zoll und erreicht bis 600 Nits bei normalen Inhalten, bei HDR bis 1.200. Apple spricht von mehr als doppelter Spitzenhelligkeit. Das Gerät ist 5,4 Millimeter dünn, hat den Chip A20 Pro und startet bei 699 Dollar. Die matte Nano-Textur gibt es nur bei 256 und 512 Gigabyte.

Snack Punk Take: Eigenangabe (Apple, über MacRumors). Das Display glänzt, der Entspiegelungs-Aufpreis auch.

Quelle: MacRumors

Heute im Blick

Am 28. Oktober um 10:10 Uhr Pacific Time starten die Vorbestellungen für das iPad mini. MacRumors

Bis 4. November will Moonshot AI die Gewichte von Kimi K3.1 Pro veröffentlichen. Notebookcheck

Am 6. November kommt das iPad mini in die Läden. MacRumors

Die Frage für heute

Wenn Washington die KI-Chefs zum Schweigen bringen will und OpenAI seine Modelle einsperrt: Wer erklärt eigentlich Ihren Kunden, was Ihre KI darf? Der Kaffee darf dabei kalt werden, die Antwort nicht.

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte CIS – Content Impact Services und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.