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Apples Rekordquartal: Ternus glänzt, der Ausblick stolpert

Apple glänzt bei Quartalszahlen
Unsplash Apple glänzt bei Quartalszahlen
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Lesezeit3 Min · 684 Wörter

Rekordumsatz, Rekordgewinn, verhaltener Ausblick: John Ternus’ erster Quartalsbericht als Apple-Chef zeigt Stärke beim iPhone und Schwächen bei der Weihnachtsprognose.

John Ternus hat seinen ersten Auftritt als Apple-Chef mit Zahlen bestritten, die selbst Analysten übertrafen. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 114,5 Mrd. Dollar, wie Apple laut Spiegel mitteilte. Der Smartphone-Umsatz legte um 17,5 Prozent auf 57,56 Mrd. Dollar zu, rund eine Milliarde Dollar mehr, als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Auch die Servicesparte mit App Store und Apple TV+ erzielte mit 31,57 Mrd. Dollar einen Rekorderlös. Für die Bilanz des Geschäftsjahres 2025/2026 bedeutet das laut Ternus einen neuen Höchststand. Der glänzende Einstand hat jedoch einen Haken: Der Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft fiel deutlich gedämpfter aus als das bisherige Wachstum.

Führungswechsel mitten im Quartal

Der Rekordbericht fällt in eine besondere Phase: Ternus übernahm den Chefposten von Tim Cook mitten im abgelaufenen Quartal. Der bisherige Hardware-Chef steht damit erstmals öffentlich für die Gesamtstrategie des Konzerns gerade und die Zahlen liefern ihm Rückendeckung. Dass ausgerechnet das iPhone-Geschäft den Ausschlag gab, passt zu Ternus’ Werdegang als Hardware-Verantwortlicher.

Zugleich zeigt der Bericht, wie abhängig Apple weiterhin vom iPhone bleibt: Es ist mit Abstand das wichtigste Produkt des Konzerns. Für Ternus bedeutet das, dass die strukturelle Herausforderung einer Diversifizierung des Geschäfts ungelöst bleibt. Der Markt wird genau beobachten, ob der neue Chef eigene Akzente setzt oder den Cook-Kurs fortschreibt.

iPhone Duo bremst das Fest

Besonders das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Modell, sorgt für Reibung. Ternus räumte gegenüber dem Sender CNBC laut Spiegel Lieferengpässe beim Gerät ein. Die Liefertermine für das über 2000 Euro teure Falt-iPhone rutschten nach dem Verkaufsstart im Oktober bereits in den Januar.

Genau diese Engpässe und teure Speicherchips trübten laut Handelsblatt den Ausblick fürs Weihnachtsquartal. Apple stellte nur noch sieben bis zehn Prozent Wachstum in Aussicht, die vorsichtigste Prognose seit mehr als einem Jahr. Für ein Unternehmen, das sein wichtigstes Quartal traditionell im Weihnachtsgeschäft verbucht, ist das ein spürbarer Dämpfer, selbst wenn die absoluten Zahlen weiterhin auf hohem Niveau liegen.

Börse straft Vorsicht ab

Die Reaktion an der Wall Street fiel eindeutig aus: Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach, laut Handelsblatt um rund drei Prozent, laut Spiegel um rund vier Prozent. Die Diskrepanz zeigt, wie volatil die erste Reaktion ausfiel, bevor sich ein klarer Kurs einpendelte. Bemerkenswert ist, dass der Kursrückgang trotz der übertroffenen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn erfolgte.

Offenbar wiegt die vorsichtige Prognose fürs laufende Quartal für Anlegende schwerer als die Rekordzahlen der Vergangenheit. Das deutet darauf hin, dass der Markt Apples Zukunftsfähigkeit stärker an der Ausblicksqualität als an historischen Bestwerten misst, besonders unter einem neuen Chef, dessen Kurs noch nicht erprobt ist.

Business Punk Check

Rekordumsatz, Rekordgewinn und trotzdem ein Kursrutsch: Das ist der eigentliche Stoff dieser Zahlen. Apple liefert ab, was Analysten erwartet hatten, übertrifft es sogar, doch der Markt blickt nicht zurück, sondern auf die sieben bis zehn Prozent Wachstumsprognose fürs Weihnachtsquartal, die als schwächste seit über einem Jahr gilt.

Für Ternus ist das ein Lehrstück in Erwartungsmanagement: Ein glänzender Einstand genügt nicht, wenn Lieferengpässe beim iPhone Duo und teure Speicherchips die nächste Runde belasten. Offen bleibt, ob der neue Chef das Falt-iPhone rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ausliefern kann oder ob die Engpässe zum ersten echten Prüfstein seiner Amtszeit werden.

Auf einen Blick

  • Apple meldete im abgelaufenen Quartal einen Rekordumsatz von 114,5 Mrd. Dollar, ein Plus von zwölf Prozent im Jahresvergleich.
  • Der iPhone-Umsatz stieg um 17,5 Prozent auf 57,56 Mrd. Dollar und übertraf die Analystenerwartungen um rund eine Milliarde Dollar.
  • John Ternus übernahm die Konzernführung von Tim Cook mitten im Quartal und legte damit seinen ersten Bericht als CEO vor.
  • Der Ausblick für das Weihnachtsquartal fiel mit sieben bis zehn Prozent Wachstum gedämpft aus, belastet durch Lieferengpässe beim iPhone Duo und teure Speicherchips.
  • Die Apple-Aktie verlor nachbörslich zwischen drei und vier Prozent, je nach Quellenangabe.

Quellen: Handelsblatt, Spiegel, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.