Bundeswehr-Gehalt im Vergleich: Wie viel verdienen Soldaten in anderen Ländern?
Bei den durchschnittlichen Reallöhnen rutscht die Bundeswehr zwar vom fünften auf den siebten Platz ab, behält aber auf Basis der Kaufkraftparität weiterhin den vierten Rang. Unteroffiziere verdienen in Deutschland durchschnittlich 2.957 Euro brutto im Monat, knapp über dem gesamtdeutschen Durchschnittsverdienst von 2.948 Euro aus dem Jahr 2018. Offiziere kommen im Schnitt auf 5.919 Euro. Damit liegt die Bundeswehr in allen drei Laufbahngruppen über dem europäischen Mittelwert, nicht nur unter Einbeziehung der Kaufkraftparität, sondern auch nominal. Besonders bemerkenswert: Berücksichtigt man das für Mannschaftssoldaten erforderliche Bildungsniveau, das sich auf die erfüllte Vollzeitschulpflicht beschränkt, erscheint das Einstiegsgehalt von 2.187 Euro geradezu komfortabel.
IT-Fachkräfte verdienen deutlich mehr
Der Vergleich kippt, sobald man den deutschen Arbeitsmarkt selbst heranzieht. IT-Fachkräfte mit Ausbildung verdienten 2018 im Schnitt 4.166 Euro, deutlich mehr als jeder Unteroffizier, wenngleich die höheren Lohnnebenkosten im zivilen Sektor hier mitzudenken sind. Cyber-Security-Experten kamen sogar auf rund 6.300 Euro brutto im Monat und damit über dem Durchschnittsgehalt eines Bundeswehroffiziers bis zum Dienstgrad Oberstleutnant, das bei 4.539 Euro liegt. Für den akuten Fachkräftemangel in der IT-Branche hat die Bundeswehr strukturell keine Antwort, so legt es Swp Berlin nahe.
Das betrifft vor allem die Mehrheit der Fachkräfte unterhalb der Spitzendienstgrade Oberst und Brigadegeneral, die im zivilen Vergleich gegen spezialisierte Tech-Gehälter kaum bestehen können. Im globalen Maßstab scheint sich das Bild zu bestätigen. Laut einer auf X veröffentlichten Übersicht von Data Of Statistics liegen deutsche Soldaten mit umgerechnet etwa 2.800 bis 4.500 Dollar monatlich im weltweiten Vergleich noch vor den USA (2.000 – 3.500$). Die US-Armee selbst betont laut Goarmy, dass der reine Basissold nur einen Teil der Gesamtvergütung ausmache. Wohngeld, kostenlose medizinische Versorgung und Studienfinanzierung kämen als Sachleistungen hinzu, die im direkten Bruttovergleich nicht erfasst sind.
Soldzettel ist nicht alles
Dass internationale Gehaltsvergleiche bei Soldaten so schwer zu ziehen sind, liegt auch an diesen Sachleistungen. Irland etwa fällt bei Mannschaftsgehältern unter Kaufkraftparität auf den letzten Platz Europas zurück, verfügt aber laut Swp Berlin über ein umfangreiches Zulagensystem, das in der Studie aus Vergleichsgründen unberücksichtigt blieb. Wer nur auf den Brutto-Soldzettel schaut, sieht also nicht das ganze Bild.