Finance & Freedom Nie gearbeitet, trotzdem Rente? So viel Geld gibt’s wirklich

Nie gearbeitet, trotzdem Rente? So viel Geld gibt’s wirklich

Kein Arbeitsleben, keine Rente? Nicht ganz. Wer nie in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält zwar keine klassische Altersrente, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auf staatliche Grundsicherung zugreifen.

Das deutsche Rentensystem basiert auf einem einfachen Prinzip: Wer einzahlt, bekommt später ausgezahlt. Doch was passiert mit Menschen, die nie erwerbstätig waren? Die Antwort ist ernüchternd: Ohne Beitragszeiten gibt es keinen Anspruch auf die reguläre Altersrente. Laut „wmn“ müssen Arbeitnehmer mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, um überhaupt rentenberechtigt zu sein.

Grundsicherung statt Rente

Wer nie gearbeitet hat, muss im Alter dennoch nicht mittellos dastehen. Der Staat bietet ein Auffangnetz in Form der Grundsicherung. Diese steuerfinanzierte Sozialhilfe unterstützt bedürftige Personen ohne ausreichendes Einkommen, wie „wmn“ berichtet. Die Grundsicherung richtet sich an Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten können. Voraussetzung ist in der Regel, dass die reguläre Altersgrenze erreicht wurde oder eine dauerhafte volle Erwerbsminderung ab dem 18. Lebensjahr vorliegt.

563 Euro plus Zuschüsse

Alleinstehende erhalten aktuell einen Regelsatz von 563 Euro im Monat. Für Ehe- und Lebenspartner im gemeinsamen Haushalt liegt der Satz bei jeweils 506 Euro. Zusätzlich können die tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen werden, sofern diese als angemessen gelten. Auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind in der Grundsicherung inbegriffen. Die exakte Höhe variiert je nach individuellen Umständen und wird durch die zuständigen Behörden festgelegt.

Grundrente nur mit Beitragszeiten

Die oft mit der Grundsicherung verwechselte Grundrente steht hingegen nur Personen zu, die mindestens 33 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Nach 35 Beitragsjahren erreicht der maximale Zuschuss 418 Euro. Dabei werden neben Arbeitszeiten auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten berücksichtigt, wie „wmn“ erklärt. Wer Grundsicherung beantragt, muss zudem eigenes Einkommen und das Einkommen des Partners offenlegen. Auch Vermögen wird berücksichtigt. Ausgenommen sind unter anderem ein angemessenes Haus oder eine angemessene Wohnung sowie ein Schonvermögen von 10.000 Euro in bar oder auf dem Konto.

Business Punk Check

Die bittere Realität: Ohne Erwerbsarbeit gibt es keine Rente, sondern nur das staatliche Minimum von 563 Euro plus Zuschüsse für Unterkunft, Heizung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Das ist ein Sicherheitsnetz, aber kein komfortabler Ruhestand. Der Gender Pension Gap von 27,1 % verschärft das Problem zusätzlich: Frauen erhalten im Schnitt nur 18.663 Euro jährlich, Männer hingegen 25.599 Euro.

Die Gründe sind strukturell: schlechter bezahlte Branchen, Teilzeitarbeit und Care-Arbeit. Wer heute ins Berufsleben startet, sollte sich nicht auf das staatliche System verlassen. Die demografische Entwicklung mit immer weniger Beitragszahlern und mehr Rentenempfängern macht private Vorsorge unverzichtbar, selbst für diejenigen, die ihr Leben lang arbeiten. Wichtig ist auch: Kinder oder Eltern werden in der Regel erst dann zum Unterhalt herangezogen, wenn ihr Bruttoeinkommen über 100.000 Euro im Jahr liegt.

Quellen: „wmn.de“

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