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Heizkosten 2026/27: Was im Winter auf Sie zukommt

Im Winter rücken die Heizkosten wieder in den Fokus.
Unsplash+ Im Winter rücken die Heizkosten wieder in den Fokus.
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Lesezeit3 Min · 608 Wörter

Der Heizspiegel erwartet für Gas 2026 rund fünf Prozent weniger Kosten, Verivox warnt vor bis zu 20 Prozent höheren Preisen bis Jahresende. Wer recht behält, entscheidet sich an der Frage, wann der Einkauf beim Kunden ankommt.

Das Gas war im ersten Halbjahr noch billiger als ein Jahr zuvor. Das Statistische Bundesamt meldete am 30. September 11,58 Cent pro Kilowattstunde, 4,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig war der Gasspeicher am 5. Oktober zu 58,7 Prozent gefüllt, laut Bundesnetzagentur deutlich weniger als in vergleichbaren Zeiträumen. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt die Heizrechnung dieses Winters.

Die gute Nachricht ist von gestern

Destatis führt den Rückgang beim Gas auf die abgeschaffte Gasspeicherumlage zurück. Nach Angaben der Bundesregierung sparte sie 0,289 Cent pro Kilowattstunde, rund 58 Euro im Jahr bei 20.000 Kilowattstunden. Der Bund trägt die Kosten, mehr als drei Milliarden Euro.

Der Heizspiegel 2026, veröffentlicht am 23. September von co2online, Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, setzt den Ton: Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern sinken die Gaskosten von 2.040 auf 1.930 Euro, minus 5 Prozent. Die Wärmepumpe steigt von 1.260 auf 1.300 Euro, plus 3 Prozent. Beim Heizöl kommen dagegen 2.745 statt 2.145 Euro heraus, plus 28 Prozent, bei Pellets 1.740 statt 1.415 Euro, plus 23 Prozent. Wer mit Gas heizt, steht laut Heizspiegel gut da. Wer Öl oder Pellets im Keller hat, nicht.

Die schlechte Nachricht kommt mit Verzögerung

Verivox meldete für Neukunden im Februar 8,2 Cent pro Kilowattstunde, im März 9,9 Cent, plus 21 Prozent binnen kurzer Zeit, im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Verivox-Chef Daniel Puschmann erwartet laut dpa-AFX vom 2. Oktober bis Jahresende Gaspreise, die um bis zu 20 Prozent steigen. Ein Vier-Personen-Haushalt zahle dann rund 2.400 Euro im Jahr, etwa 400 Euro mehr als vor dem Iran-Konflikt.

Für Bestandskunden gilt die Verzögerung: Verivox-Experte Thorsten Storck sagte laut t-online, höhere Beschaffungskosten kämen „nur eine Frage der Zeit“ auch bei ihnen an. Im März hatte Verivox noch erklärt, Bestandskunden müssten vorerst keine Erhöhungen befürchten. Welche Preisannahmen der Heizspiegel für Gas zugrunde legt, geht aus den abgerufenen Berichten nicht hervor.

Der Speicher ist gefüllt, aber knapp

Die Bundesnetzagentur meldet für den 5. Oktober 58,7 Prozent, das sind 145,3 Terawattstunden. Sie hält die Versorgung für stabil, das Risiko einer angespannten Lage für gering und die Füllziele zum 1. November für „nicht zwingend“. Zugleich bestätigt sie die Entwicklungen im Nahen Osten als Preisfaktor.

Für 2027 hat das Kabinett am 12. August 2026 eine Novelle des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen. Die Gasnetzentgelte stiegen 2026 im Schnitt um rund 11 Prozent, etwa 61 Euro im Jahr bei 20.000 Kilowattstunden. Die Zahl war bei Veröffentlichung im Oktober 2025 vorläufig.

Wer entlastet und wer nicht

Die Gasspeicherumlage ist seit dem 1. Januar 2026 abgeschafft. Einen beschlossenen Heizkostenzuschuss für diesen Winter gibt es nach den recherchierten Quellen nicht. Die Koalition hat stattdessen eine Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro vorgesehen, steuerfrei, ausgezahlt vom Arbeitgeber bis zum 30. Juni 2027. Laut ZDF stimmten im Mai im Bundesrat nur 4 von 16 Ländern zu, das Vorhaben stockte. Die Prämie zielt auf die Energiepreiskrise insgesamt, nicht gezielt auf Heizkosten.

Auf einen Blick

  • Gas kostete Haushalte im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,58 Cent pro Kilowattstunde, 4,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
  • Der Heizspiegel 2026 erwartet für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern bei Gas 1.930 Euro, minus 5 Prozent und bei Heizöl 2.745 Euro, plus 28 Prozent.
  • Verivox rechnet bis Jahresende mit bis zu 20 Prozent höheren Gaspreisen und der Gasspeicher war am 5. Oktober zu 58,7 Prozent gefüllt, wobei die Bundesnetzagentur die Versorgung als stabil bewertet.
  • Die Gasspeicherumlage ist seit Januar 2026 abgeschafft, die steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro hing laut ZDF im Mai im Bundesrat fest.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesregierung, ADAC, heizsparer.de, Verivox, Finanznachrichten, t-online, Bundesnetzagentur, co2online, ista, ZfK, Verivox Netzentgelte, ZDFheute, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.