Isar Aerospace schafft Orbitalflug: Deutscher Raketen-Coup made in Norwegen
Die Nutzlasten stammen aus dem Microlauncher-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, finanziert über das ESA-Programm Boost! Ob alle Satelliten planmäßig funktionieren, prüft Isar Aerospace nach eigenen Angaben noch gemeinsam mit den Kunden. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sprach von einem historischen Start, seine Kollegin Géraldine Naja verwies darauf, dass mit dem Flug zugleich die erste Hürde des European Launcher Challenge genommen sei.
Militärische Nachfrage treibt das Geschäft
Rund 60 Prozent der Anfragen an Isar Aerospace kommen laut CEO Daniel Metzler mittlerweile aus dem militärischen Bereich, wie heise berichtet. Das ist politisch nicht unumstritten: Friedensorganisationen kritisieren die geplante Nutzung von Spectrum für militärische Satelliten als Beitrag zur Militarisierung des Weltraums und fordern eine strikt zivile Ausrichtung europäischer Raumfahrtprogramme.
Wirtschaftlich ist die Richtung klar: Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben bis 2028 mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar ausgebucht, obwohl die Rakete noch nicht serienreif ist. Eine neue 40.000 Quadratmeter große Fabrik in Parsdorf soll künftig bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr produzieren, ein zweiter Startplatz entsteht in Nova Scotia.
Business Punk Check
Fakt ist: Isar Aerospace hat als erstes europäisches Privatunternehmen vom Kontinent aus einen Orbitalflug geschafft, mit fünf Satelliten an Bord und einer weit fortgeschrittenen Auftragslage. Fakt ist auch: Rund 60 Prozent der Anfragen kommen aus dem militärischen Bereich, was die Debatte um zivile versus militärische Raumfahrt befeuert.
Der Flug ist ein echter industriepolitischer Erfolg, unabhängig davon, ob man Merz‘ „neue Ära“ teilt. Offen bleibt, ob die versprochene Serienproduktion von 40 Raketen jährlich tatsächlich gelingt, oder ob Europas Raumfahrt-Souveränität ein teures Versprechen bleibt.
Auf einen Blick
- Isar Aerospace hat mit der Rakete Spectrum erstmals einen Orbitalflug vom europäischen Festland aus geschafft und fünf Kleinsatelliten ausgesetzt.
- Bundeskanzler Friedrich Merz feierte den Start als Beginn einer neuen Ära, während Kritiker Kosten und Prioritätensetzung öffentlicher Investitionen infrage stellen.
- Rund 60 Prozent der Anfragen an das Unternehmen stammen laut Firmenangaben mittlerweile aus dem militärischen Bereich, was Friedensorganisationen kritisieren.
- Isar Aerospace ist nach eigenen Angaben bis 2028 mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar ausgebucht und baut Produktionskapazitäten für bis zu 40 Raketen pro Jahr auf.
Quellen: t3n, heise, Handelsblatt, Trending Topics, Trending Topics, Isaraerospace, Wikipedia, Wikipedia), Esa, Satnews, Spacedaily, Abc