briefing · Bürgergeld-Reform

Koalitionspoker: Zeitdruck und Zündstoff bei Merz-Klingbeil-Verhandlungen

Friedrich Merz und Lars Klingbeil
picture alliance/dpa | Michael Kappeler Lars Klingbeil (l), SPD Fraktionschef und Bundesvorsitzender, spricht mit Friedrich Merz, CDU/CSU Fraktionsvorsitzender und CDU Bundesvorsitzender, in den hinteren Sitzreihen der Union während der 213. Plenarsitzung der 20. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. In dieser und einer noch folgenden Sondersitzung des alten Bundestages sollen nach dem Willen von Union und SPD ein milliardenschweres Sondervermögen und eine Reform der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse beschlossen werden. Ziel sind Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
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Rentenniveau als Streitpunkt

Die SPD fordert eine Garantie des Rentenniveaus von mindestens 48 Prozent bis 2040. CDU-General Linnemann konterte: „Wenn dieses Land nicht mehr wächst, werden wir uns das Rentenniveau nicht mehr leisten können“. Im Sondierungspapier wird zwar ein stabiles Rentenniveau versprochen, die konkrete Zahl von 48 Prozent taucht jedoch nicht auf – ein klassischer Formelkompromiss, der später für Ärger sorgen könnte.

Bürgergeld vor dem Aus?

Die Union drängt auf eine komplette Reform des Bürgergelds inklusive Namensänderung und massiver Leistungskürzungen für arbeitsunwillige Empfänger. Die SPD will diesen harten Kurs nicht mitgehen. Schon jetzt interpretieren beide Seiten das Sondierungsergebnis unterschiedlich: Die Union betont, dass die Jobvermittlung künftig Vorrang vor Qualifizierungsmaßnahmen haben soll. Die SPD hingegen will dies nur auf die etwa 200.000 arbeitsfähigen Leistungsempfänger ohne Vermittlungshemmnisse beschränken.

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