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Meta baut seinen Haushaltsroboter in Shanghai – verkaufen will der Konzern ihn nicht

Forschungsroboter frisch ausgepackt
Forschungsroboter frisch ausgepackt
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Aktualisiert
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Meta hat laut Bericht in nur drei Monaten einen humanoiden Roboter gebaut, mit Hilfe eines chinesischen Partners. Für den Heimgebrauch ist er vorerst nicht gedacht. Was dahintersteckt.

Die Schlagzeile klingt nach Küche, Wäschekorb und Zukunft: Meta entwickelt einen Roboter für den Haushalt. Der Bericht dahinter ist nüchterner und interessanter. Der Prototyp „Max“ ist 1,5 Meter groß, wiegt etwa 48 Kilogramm und wurde in Zusammenarbeit mit dem Shanghaier Unternehmen Fourier gebaut. Zu kaufen gibt es ihn nicht und Meta sagt, dass das auch nicht geplant ist.

Drei Monate, 1,5 Meter, ein Werk in Shanghai

Die Geschichte geht auf einen Bericht von The Information zurück, den t3n, Engadget und TechNode aufgreifen. Der Prototyp mit dem internen Namen Max entstand demnach in rund drei Monaten. Er hat fünffingrige Hände für kleine Gegenstände, ein Display, das Gesichtsausdrücke zeigt und Lautsprecher in der Brust. Laut t3n erkennt er Handzeichen und Sprachbefehle aus bis zu fünf Metern, als Rechenchip dient Nvidias Jetson Thor.

Wie eng die Zusammenarbeit war, zeigt ein Detail aus Yahoo Finance: Metas Robotik-Produktchefin Li-Chen Miller verbrachte fast zwei Monate in Fouriers Fabrik in Shanghai. Im August führte Meta Max intern vor, seit September läuft laut Engadget die Arbeit an „Max 2“ mit neu gestaltetem Torso, besseren Händen, Projektor und zusätzlichen Sensoren, unter anderem für Treppen.

Wer ist Fourier?

Fourier wurde 2015 in Shanghai von Alex Gu und Zen Koh gegründet, wie Wikipedia festhält. Das Unternehmen begann mit Reha-Robotik und Exoskeletten und baute später Humanoide. Der erste, GR-1, wurde im Juli 2023 vorgestellt, der GR-2 im September 2024: 1,75 Meter groß, 63 Kilogramm schwer, 53 Freiheitsgrade. Zu den Investoren zählen laut Wikipedia unter anderem IDG Capital und Saudi Aramco. Einen Verkaufserfolg im großen Stil belegt die Quelle nicht, die einst genannten Pläne für Tausende Einheiten sind nicht bestätigt.

„Für den Heimgebrauch“? Meta sagt: Forschung

Hier lohnt der zweite Blick auf die Schlagzeile. Meta erklärte laut Yahoo Finance und TechNode, die Zusammenarbeit mit Fourier diene interner Forschung und Experimenten, ein Verkauf der Geräte sei nicht geplant. Das langfristige Ziel ist dennoch erkennbar: Meta sieht Humanoide als körperliche Erweiterung seines KI-Agenten Muse und langfristig als Haushaltshelfer. Im Mai 2026 hat der Konzern dazu das Start-up Assured Robot Intelligence übernommen, das KI-Modelle für menschliches Verhalten trainiert, berichtet t3n.

Wer im Rennen um den Haushalt wo steht

Meta ist damit noch weit von dem entfernt, was Konkurrenten bereits verkaufen oder versprechen. Zwischen Prototyp und Preisschild liegt ein ganzer Markt:

AnbieterStandPreisVerkauf
Meta „Max“Prototyp, „Max 2“ in Arbeitkeinerlaut Meta nicht geplant
Tesla „Optimus“Produktion soll auf über 1.000 Stück pro Woche steigen (Ziel: Ende 2026)offiziell keiner, Musk nannte 2024 20.000 bis 30.000 Dollar, Analysten rechnen mit 50.000 bis 100.000 Dollarkeine Vorbestellungen, Kauf laut Musk spätestens Ende 2027
1X „NEO“Vorbestellung seit 28. Oktober 202520.000 Dollar oder 499 Dollar im Monat im AboStart für 2026 angekündigt

Stand: Meta, 31. Oktober 2026; Tesla, 7. Oktober 2026; 1X, Ende Oktober 2025, spätere Entwicklung nicht geprüft. Quellen: Engadget, BGR, Wikipedia.

Die Tabelle zeigt vor allem eine Lücke: Wer einen Humanoiden kaufen will, kann es heute nur bei 1X vorbestellen. Laut Wikipedia wurden die meisten Aufgaben des NEO bei einem Test des Wall Street Journal im Oktober 2025 von Menschen per VR-Brille ferngesteuert. Bei Tesla bremsen laut BGR die Hände: Sie erfordern viel Handarbeit, weil automatisierte Stationen nicht präzise genug arbeiten.

Warum ausgerechnet Shanghai?

Die Berichte nennen keinen Grund, warum Meta mit Fourier baut. Beobachten lässt sich: Der Prototyp stand nach drei Monaten und die Hände, an denen bei Tesla die Produktion hängt, sind bei Max auch das nächste Bauteil, das neu gestaltet wird. Daraus eine These zu machen, wäre eine Lesart: Meta kauft Tempo im Hardware-Prototyping. Wie die Zusammenarbeit zwischen einem US-Konzern und einem chinesischen Roboterbauer politisch ankommt, steht in den Berichten nicht.

Business Punk Check

Der Fall zeigt, wie sich der Roboter-Wettlauf aufteilt: Wer Software und KI-Agenten hat, holt sich Hardware dort, wo sie am schnellsten gebaut wird. Dass Meta das mit einem chinesischen Partner tut und nicht verkaufen will, macht Max eher zu einem Lernprojekt als zu einem Produkt. Das ist legitim, aber es ist nicht das, was die Schlagzeile verspricht.

Auf einen Blick

  • Meta hat laut einem Bericht von The Information vom 31. Oktober 2026 gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Fourier in rund drei Monaten den humanoiden Prototyp Max gebaut.
  • Max ist etwa 1,5 Meter groß, wiegt etwa 48 Kilogramm und nutzt Nvidias Jetson-Thor-Chip, seit September arbeitet Meta an einer zweiten Version.
  • Meta erklärte, die Zusammenarbeit diene interner Forschung, ein Verkauf der Geräte sei nicht geplant.
  • Tesla will die Optimus-Produktion bis Ende 2026 auf über 1.000 Stück pro Woche steigern, 1X nimmt seit Oktober 2025 Vorbestellungen für NEO zu 20.000 Dollar an.

Quellen: t3n, Engadget, TechNode, Yahoo Finance, BGR, Wikipedia: Fourier, Wikipedia: 1X Technologies

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.