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Punk Presso: Midterms, KI repariert KI und 70 Jahre TV-Werbung

Punk Presso am Wahlmorgen
BP | KI-generiert mit ChatGPT Punk Presso am Wahlmorgen
Erschienen
Lesezeit4 Min · 807 Wörter

Kurz, stark, wach: Alles, was Business Punker vor dem ersten Kaffee wissen müssen, von der US-Wahl bis zur KI, die andere KI repariert.

Guten Morgen, es ist Mittwoch, der 4. November 2026. Heute gibt es sechs Snacks, eine Zahl und eine Frage. Der Kaffee darf noch dampfen.

Zahl des Tages

11,6 Milliarden Dollar. So viel soll der US-Wahlzyklus 2026 an Werbung kosten. Das wäre laut einer Prognose des Marktbeobachters AdImpact, über die TV Tech berichtet, ein Rekord: rund 30 Prozent mehr als beim bisherigen Midterm-Höchststand 2022 (8,9 Milliarden Dollar). Am schnellsten wächst Streaming-Fernsehen mit 2,7 Milliarden Dollar und einem Anteil von 23 Prozent. Der Wahlkampf zieht vom Plakat auf den Streaming-Bildschirm. Prognosestand: Juni 2026, Quelle: TV Tech

Work-Snacks

work wise: Trump bekommt seinen Denkzettel

Amerika hat gewählt, und der Präsident spürt Gegenwind.

Laut Handelsblatt Morning Briefing haben die Wähler Präsident Trump bei den Midterms, den Zwischenwahlen zur Mitte seiner Amtszeit, einen Denkzettel verpasst. Die Demokraten dürften demnach das Repräsentantenhaus übernehmen, im Senat ist es offen. Trumps Wählerkoalition von 2024 bröckele. Offen bleibt, was ein veränderter Kongress für Wirtschaftspolitik, Zölle und Regulierung bedeutet.

Snack Punk Take: Wahlen sind der einzige Quartalsbericht, den kein Präsident schönrechnen kann. Einzelquelle (Handelsblatt Morning Briefing, Endergebnis noch offen).

Lies auch Midterms 2026: Trumps kassiert Niederlage und die Demokraten wohl beide Kammern

let’s techle it: KI repariert KI per Skalpell

Eine KI hat eine andere KI operiert, ohne sie neu zu trainieren.

Forscher des MIT CSAIL ließen laut ihrem Blogbeitrag OpenAIs Modell GPT-6 Astra direkt die Gewichte umschreiben, also die Zahlenwerte, in denen ein KI-Modell sein Können speichert. Das Ziel war Alibabas kleines Modell Qwen3.5-0.8B, das in Schleifen hängen blieb. Verändert wurden nur 0,016 Prozent der Gewichte. Im Mathe-Test MATH-500 stieg der Wert nach 50 Rechendurchläufen von 7,9 auf 48,1 Prozent. Ob das auch bei großen Modellen klappt, ist die offene Frage.

Snack Punk Take: Wenn KI die Hirnchirurgie an KI übernimmt, wird der Mensch zum Zuschauer im OP.

Quelle: Weight-Space Programming

let’s techle it: Anthropic warnt vor der eigenen Zukunft

Ein KI-Konzern schreibt in seinen Börsenprospekt, dass seine Modelle bald an eine gefährliche Schwelle kommen könnten.

Anthropic erklärt im Risikoteil des überarbeiteten Börsenprospekts, interne Schätzungen deuteten darauf hin, dass künftige Modelle bald die Schwelle „dramatically accelerated progress attributable to AI“ erreichen könnten. Das heißt: Die KI beschleunigt die KI-Entwicklung selbst, so berichtet TechCrunch. Aktuelle Modelle lägen noch darunter. Anthropic prüft Änderungen an der Responsible Scaling Policy, den eigenen Sicherheitsregeln für immer stärkere Modelle. TechCrunch weist darauf hin, dass ein solcher Prospekt Offenlegung und Marketing zugleich sein kann.

Snack Punk Take: Die Selbstwarnung im Prospekt ist Ehrlichkeit und Verkaufsargument in einem.

Quelle: TechCrunch

let’s techle it: Die KI-Rechnung zahlt ein Fremder, und zwar Sie

Wer Ihre Cloud-Zugangsdaten stiehlt, lässt KI künftig auf Ihre Kosten rechnen.

Laut SiliconANGLE warnen Googles Sicherheitsfirma Mandiant und die Google Threat Intelligence Group in ihrem Bericht „The Rise of LLMJacking“: Angreifer kapern Zugänge zu großen Sprachmodellen und lassen die Kosten beim Opfer anfallen. Bei manchen Angriffen lagen sie an einem einzigen Tag über 100.000 Dollar, bei einigen Organisationen kamen bis zur Sperrung rund eine Million zusammen. Google rät zu Ausgabenlimits und eng begrenzten API-Schlüsseln.

Snack Punk Take: Ein offener API-Schlüssel ist eine Kreditkarte ohne Limit. Eigenangabe (Google-/Mandiant-Bericht, wiedergegeben von SiliconANGLE).

Quelle: SiliconANGLE

work wise: McDonald’s dreht die Zeit zurück

Der Burger-Riese verkauft Nostalgie, mit Britney-Radios und Ein-Euro-Klassikern.

Laut McDonald’s Deutschland läuft seit dem 28. Oktober die Kampagne „Endlich wieder bei Mecces“. Zurück kommen die kleinen Happy-Meal-Radios in fünf Modellen mit Hits von Britney Spears, Avril Lavigne, Katy Perry, Cro und Justin Bieber. Sie sind bis zum 24. November gegen Aufpreis zu haben, solange der Vorrat reicht. Dazu gibt es Klassiker wie den 1955 Burger und „Flashback Deals“ für je einen Euro, die nur über die App laufen. Die Kampagne soll alte Fans und Jüngere gleichzeitig ansprechen.

Snack Punk Take: Der Ein-Euro-Burger ist der Köder, die App-Installation der Fang.

Quelle: McDonald’s Deutschland

Play-Snacks

play hard: Ein Braten, ein Tischtuch, 70 Jahre Werbung

Am 3. November 1956 lief der erste Werbespot im deutschen Fernsehen, und es ging um einen Fleck.

Laut Horizont zeigte der Persil-Spot einen Kellner, der einen Gast beruhigt, dessen Braten auf einem weißen Tischtuch gelandet ist. Der Bayerische Rundfunk sendete ihn im Vorabendprogramm, mit den bayerischen Schauspielern Liesl Karlstadt und Beppo Brem. Damit begann in Deutschland die Ära der 30-Sekunden-Überzeugung, die bis heute Marken, Slogans und Geschäftsmodelle prägt.

Snack Punk Take: Die Werbung begann mit einem Fleck und verkauft seitdem Lösungen für Probleme, die man vorher nicht hatte.

Quelle: Horizont

Die Frage für heute

Wenn KI inzwischen KI repariert und der Wahlkampf im Streaming läuft: Wer bestimmt dann, was Sie sehen und was Sie glauben? Beim zweiten Kaffee lohnt sich der Blick.

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.