Tech & Trends Netflix streicht das Basis-Abo: Werbefrei wird 40 Prozent teurer

Netflix streicht das Basis-Abo: Werbefrei wird 40 Prozent teurer

Bestandskunden müssen der neuen Preisgestaltung laut heise online explizit zustimmen, sonst endet das Abo automatisch. Unklar bleibt bislang, ob und wann die höheren Preise auch bereits bestehenden deutschen Kunden in Rechnung gestellt werden, ein Netflix-Konto der Redaktion von heise online wurde zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht per Mail über eine bevorstehende Preiserhöhung informiert.

Werbe-Abo als heimlicher Wachstumsmotor

Die aggressive Erhöhung ausgerechnet beim Werbe-Tarif ist kein Zufall. In den USA hat Netflix das Modell längst zweimal nachgezogen, das Premium-Abo kostet dort inzwischen 26,99 Dollar, das Standard-Abo mit Werbung liegt bei neun Dollar und das werbefreie Standard-Abo bei 20 Dollar im Monat.

Der Grund: Das ursprünglich zögerlich angenommene Werbeabo beschert dem Konzern inzwischen deutlichen Nutzerzuwachs, weil offenbar genug Menschen bereit sind, für ein paar Euro Ersparnis Werbespots zu akzeptieren. Wirtschaftlich steht Netflix glänzend da: Ende 2025 zählte der Dienst weltweit mehr als 325 Millionen zahlende Mitgliedschaften, der Umsatz kletterte im Gesamtjahr um 16 Prozent auf rund 45 Mrd. Dollar. Bisher akzeptierten laut n-tv genug Kunden die wiederholten Preiserhöhungen, sodass das Geschäft des Streaming-Marktführers trotz aller Aufschläge weiterwuchs.

Deutscher Markt wird enger, Netflix bleibt nervös

Trotz der komfortablen Zahlen zeigt sich in Deutschland erstmals Druck von der Konkurrenz. Laut dem Marktanteilsreport von JustWatch, den n-tv zitiert, lag Amazon Prime Video im vierten Quartal 2025 mit 26 Prozent Marktanteil knapp vor Netflix mit 25 Prozent. Disney+ kommt auf 19 Prozent. Zum ersten Mal seit Jahren ist Netflix in seinem wichtigsten europäischen Markt nicht mehr die klare Nummer eins.

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