Tech & Trends OpenAI knickt ein: Porno-ChatGPT landet in der Schublade

OpenAI knickt ein: Porno-ChatGPT landet in der Schublade

Sam Altmans sexy Side-Quest ist beendet: Der geplante Erwachsenenmodus für ChatGPT wird auf unbestimmte Zeit begraben. Investoren fürchteten um ihr Image, Mitarbeiter warnten vor einem „sexy Suizid-Coach“.

Sam Altman hatte im Oktober noch großmundig versprochen, „Erwachsene wie Erwachsene zu behandeln“. Ein Erwachsenenmodus für ChatGPT sollte her, der auch erotische Inhalte generiert — natürlich nur mit Altersverifizierung. Jetzt ist das Projekt tot, wie die Financial Times berichtet. Ohne Timeline, ohne Perspektive. Einfach weg.

Es ist bereits das zweite Projekt, das OpenAI binnen weniger Tage beerdigt. Erst wurde der KI-Videogenerator Sora eingestampft, dann der Instant-Checkout für E-Commerce. Jetzt also der Sex-Bot. Das auf rund 500 Milliarden Dollar geschätzte Unternehmen räumt auf — und konzentriert sich auf das, was wirklich Geld bringt: Business-Tools und Unternehmenskunden.

Wenn selbst die eigenen Leute rebellieren

Die interne Stimmung war toxisch. OpenAIs Beratergremium für Wohlbefinden sprach sich einstimmig gegen das Projekt aus. Ein Ratsmitglied warnte laut Wall Street Journal, das Unternehmen entwickle potenziell einen „sexy Suizid-Coach“. Mehrere Mitarbeiter kündigten angeblich wegen der Pläne, zitiert die Financial Times Insider mit den Worten: „KI sollte nicht deine Freunde oder Familie ersetzen.“ Hinzu kamen technische Albträume.

Die Altersverifizierung stufte in über zehn Prozent der Fälle Minderjährige fälschlicherweise als Erwachsene ein. Bei der hohen Nutzerzahl inklusive Minderjähriger eine PR-Katastrophe in spe. Und dann das Trainingsmaterial: Wie bringt man einer KI bei, erotische Inhalte zu generieren, ohne illegales Material in den Datensatz zu schleusen? OpenAI scheiterte daran. Investoren sahen die Rechnung simpel: hohes Reputationsrisiko, minimaler Umsatzbeitrag. Wozu das Drama, wenn man mit Pentagon-Verträgen und Enterprise-Lizenzen Milliarden scheffeln kann?

Der strategische Reset hinter den Kulissen

Dieser Kahlschlag kommt nicht aus dem Nichts. OpenAI spürt den Druck von Anthropic, das mit aggressiven Produktoffensiven bei Geschäftskunden punktet. Während OpenAI mit Sex-Bots experimentierte, schnappte Anthropic Großkunden weg. Die Botschaft ist klar: Schluss mit Spielereien, zurück zum Kerngeschäft.

Das zeigt eine fundamentale Verschiebung in der KI-Industrie. Die Phase der bunten Experimente ist vorbei. KI wird erwachsen — nur eben nicht auf die Art, wie Altman sich das vorgestellt hatte. Statt Erotic Mode kommen Verteidigungsverträge und Enterprise-Deals. Die Zukunft der KI riecht weniger nach Rosenwasser, mehr nach Munition.

Business Punk Check

Altmans Erwachsenenmodus war von Anfang an eine Schnapsidee — nicht wegen der Moral, sondern wegen des Business-Case. Sexuelle KI-Inhalte sind ein regulatorisches Minenfeld mit gigantischem Haftungsrisiko und überschaubarem ROI. Dass OpenAI jetzt den Stecker zieht, ist keine Kapitulation vor Moralaposteln, sondern kaltes Kalkül. Die eigentliche Story: OpenAI wandelt sich vom Silicon-Valley-Hippie-Startup zur knallharten Enterprise-Maschine.

Weg von Porn-Chatbots und Video-Spielereien, hin zu B2B-Cashflows und Militärverträgen. Wer gedacht hat, KI würde die Welt bunter machen, liegt falsch. Sie macht sie profitabler — für diejenigen, die wissen, wo das Geld liegt. Und das liegt definitiv nicht in erotischen Chatverläufen, sondern in Unternehmenslizenzen und Regierungsaufträgen. Die KI-Revolution frisst gerade ihre sexy Kinder.

Häufig gestellte Fragen

Warum hat OpenAI den Erwachsenenmodus für ChatGPT gestoppt?

Interne Widerstände, Investoren-Bedenken und technische Probleme bei der Altersverifizierung führten zum Aus. Die Fehlerquote von über zehn Prozent bei der Alterserkennung war zu riskant. Hinzu kam Kritik aus dem eigenen Beratergremium.

Was war der geplante Erwachsenenmodus genau?

Sam Altman kündigte im Oktober einen Modus an, der erwachsenen Nutzern nach Altersverifizierung auch erotische Inhalte ermöglichen sollte. Im Code tauchte das Projekt als „Citron Mode“ auf. Details zur geplanten Funktionsweise blieben vage.

Welche Projekte hat OpenAI noch eingestellt?

Binnen einer Woche stellte OpenAI drei Projekte ein: den KI-Videogenerator Sora, die Checkout-Funktion für E-Commerce in ChatGPT und nun den Erwachsenenmodus. Das Unternehmen konzentriert sich auf Business-Tools und Unternehmenskunden.

Wie reagieren andere KI-Unternehmen auf das Thema Sex-KI?

Die meisten großen KI-Firmen meiden sexuelle Inhalte rigoros. Anthropic positioniert sich als ethischere Alternative und gewinnt damit Enterprise-Kunden. Die Branche fokussiert sich auf Business-Anwendungen statt kontroverse Consumer-Features.

Quellen: Financial TimesTechCrunchheiseThe DecoderWall Street Journal

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