Gründen und Studieren: Niels van Deuren hat es gewagt und folgende Tipps

Warum auf eine Unternehmensgründung warten, wenn man bereits im dritten Semester davon überzeugt ist, was the Next Big Thing sein wird? Niels van Deuren hat sich genau diese Frage gestellt, vor acht Jahren, und sie dann mit HousingAnywhere, eine Plattform für die Vermittlung von Unterkünften während eines Auslandssemesters, beantwortet. Seine Ungeduld zahlte sich aus. Heute beschäftigt der Niederländer 80 Mitarbeiter und vermittelt Studierende an etwa 65.000 Unterkünfte in über 300 Städten weltweit.

Aber alles der Reihe nach. Der heutige 29-jährige Niels van Deuren studierte vor wenigen Jahren noch International Business Administration in Rotterdam. Dann ging es für ein Semester nach Singapur und van Deuren fragte sich: Was mache ich in der Zwischenzeit mit meinem Zimmer und – noch viel wichtiger – wie finde ich eine Unterkunft in Singapur? Die Lösung: Ein Online-Marktplatz für Unterkünfte. Studenten, die nach Singapur aufbrachen, tauschten mit jenen Studenten, die aus Singapur nach Rotterdam kamen, ihre Zimmer. Ein Eins-zu-eins-Tausch sozusagen.

Ein Jahr später, wieder zurück in Rotterdam, machte van Deuren daraus ein Geschäft und gründete HousingAnywhere.

Studieren und Gründen – nur wie?

Was hat Niels van Deuren aus dieser Zeit gelernt? Studieren und gründen, geht das gut? Sein wichtigster Ratschlag: “Einfach machen und nicht zu lange über die Idee nachdenken.“ Es helfe nichts, jeden nach seiner Meinung zu fragen, ob die Idee klappen könnte oder nicht. Natürlich sei es wichtig, die Geschäftsidee mit Freunden und der Familie zu besprechen, aber mehr Meinungen bringen auch mehr Zweifel, so der Gründer.

“Fokus halten und diszipliniert sein“, rät van Deuren weiter. Viele Kommilitonen hatten haufenweise Ratschläge für ihn, wie man HousingAnywhere besser machen könnte. Das war sicher gut gemeint, van Deuren musste sich aber bemühen, die eigenen Ideen und Ziele dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

Und dann war da natürlich noch das Studium. Van Deuren Ratschlag hier: Zieht das Studium durch! Vorzeitig abbrechen war für van Deuren keine Option. Vielleicht verliert man durch das Gründen ein paar Semester, aber am Ende hat man doch einen Abschluss in der Tasche, der einem dann helfen kann, wenn es mit dem Unternehmen nicht funktioniert hat.

Rückblickend bestand die größte Herausforderung für van Deuren darin, alle Mitarbeiter auf ein gemeinsames Level zu bringen. HousingAnywhere beschäftigt 80 Mitarbeiter, alles Individuen mit verschiedenen Talenten und Neigungen. Van Deuren sagt: “Am meisten habe ich gelernt, wie ich unterschiedliche Menschen zusammenbringen kann, dass alle den gleichen Traum haben und genauso hart arbeiten wie ich.“

Im Falle von HousingAnywhere ging alles gut und Niels van Deuren ist mit dem Werdegang seines Unternehmens heute zufrieden.

 

 

 

 


René Krempin

René hat irgendwas mit digitalen Medien studiert, sollte also für die Zukunft bestens gewappnet sein. Nach mehreren anderweitigen, aber misslungenen Berufsorientierungen musste er endgültig einsehen: Journalismus ist und bleibt leider geil. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten jede Minute auf dem Bolzplatz.

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