Studentinnen entwickeln mobilen Faltschlafplatz für Obdachlose

Im Moment ist es in Teilen Deutschlands wieder furchtbar kalt. Während die meisten von uns sich einfach wärmer anziehen, sind winterliche Temperaturen für viele unserer Mitbürger ein existenzielles Problem. Unglaublich eigentlich, dass in einem Land wie Deutschland seit 1991 knapp 300 wohnungslose Menschen erfroren sind. Allein in diesem Winter starben mindestens drei Männer. Das Kälteproblem können sie zwar nicht lösen, dafür wollen drei Studentinnen wenigstens dafür sorgen, dass Obdachlose nicht mehr auf dem kalten, schmutzigen Boden schlafen müssen.

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„Nachfalter“ heißt das Produkt, das die Kommunikationsgestalterinnen Daniela Eisele, Laura Raab und Andrea Klause im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt haben – ein aus alten Versandkartons bestehendes Bett. Es lässt sich modular zusammenstecken und für den Gebrauch einfach auseinander- und wieder zusammenfalten.

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So schützen etwa zehn Zentimeter zwischen Boden und Schlafendem vor Kälte und Dreck. Außerdem lassen sich Wertsachen unter der Liegefläche verstauen.

Noch ist der „Nachtfalter“ nicht erhältlich, auf der Produktwebsite wird um Kartonspenden gebeten. Außerdem soll es bald möglich sein, bei Partnershops Waren zu bestellen, die dann in vorperforierten Versandkartons geliefert werden, aus denen sich das Bett konstruieren lässt. In bundesweit aufgestellten Containern sollen sie dann leicht abgegeben werden können – die Verteilung würde also quasi von ganz allein laufen, ergänzt um die Verteilung vor Ort oder in Suppenküchen.

Es gibt einige solcher sozialer Projekte für Obdachlose – das Problem ist, dass sie ohne großen Impact oft wieder eingestellt werden. Das Problem strukturell zu lösen, ist ohnehin eher eine politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch, wenn es die Situation von Obdachlosen vielleicht nur lindert, ein erfolgreiches „Nachtfalter“-Projekt würde den Betroffenen ein Stück Autonomie und Schutz zurückgeben.


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