Leadership & Karriere Fünf Kollegen, die dich mit ihren Macken in den Wahnsinn treiben

Fünf Kollegen, die dich mit ihren Macken in den Wahnsinn treiben

4. Das Gossip Girl

Entspannt lehnt er sich zurück. Die Füße auf dem Tisch, das Headset in Position, die Hände wohlig auf dem Bauch gefaltet. „Ach, sagen Sie, hat das Wetter heute auch so verrückt gespielt bei Ihnen im Süden?“ „Nein, das kann doch gar nicht sein, dass Sie schon 50 werden.“ „Ja, das kenne ich von meiner Tochter, die ist auch so ein schrecklicher Sturkopf.“ Mindestens zehn Dezibel zu laut smalltalked der Kollege ausgiebig am Telefon mit dem ach so nervigen Kunden. Alle paar Minuten bricht er in schallendes Gelächter aus. Deine Konzentration ist dahin, Deadline adé. Nach einer knappen Stunde fröhlichen Geplauders hat der Kunde vermutlich mehr Honig um den Mund als Winnie Puuh, nachdem er seine Vorratskammer geplündert hat. Kaum aufgelegt, versucht der Kollege, schnell seinen befriedigten Gesichtsausdruck unter Kontrolle zu bekommen und ruft in die Runde: „Mann, ist der Typ anstrengend!“ Als ob. In Wahrheit liebt der Kollege den ausgedehnten Chit Chat genauso sehr wie seinen ergonomischen Designer-Drehstuhl. Er lechzt danach, mit Fremden Lappalien auszutauschen und seinen Charme spielen zu lassen. Wie praktisch, dass sich mit dieser Taktik auch noch jede Menge Arbeitszeit totschlagen lässt. „Gehört zur Kundenpflege“, wird der Kollege nicht müde, Zwang und Wichtigkeit dieser regelmäßigen Telefonate zu betonen. Anschließend ist er natürlich so geschafft von dem anstrengenden Kunden, dass er erst mal eine ausgedehnte Kaffeepause machen muss. Ach, schon gleich Feierabend? Nanu, wo ist denn der Tag hin?

5. Der Raver

In dieser Hochkonjunkturzeit des Großraumbüros – flache Hierarchien, kreativer Melting Pot und so – hat dein Gehör mächtig gelitten. Ständiges Telefonklingeln, Tastaturgehämmer und Stuhlgequietsche sorgen zusammen mit dem Chit-Chat-Kollegen dafür, dass du beim Hörtest von Jahr zu Jahr schlechter abschneidest. Doch es ist noch nicht alles verloren: Das monotone Gebummer aus den beim 1-Euro-Shop erstandenen Kopfhörern des jungschen Kollegen können deine Ohren sehr wohl noch vernehmen. Halleluja! Morgens sucht er den 100-Stunden-Best-of-Ibiza-House-Mix raus, und dann ab dafür. Utz utz utz. Selbst wenn er in die Mittagspause geht, stellt er das Gestampfe nicht ab – er läuft schließlich nicht Gefahr, dass ihm später am Tag die Musik ausgeht. Wie schön, so herrscht niemals bedrückende Stille im Büro. Zusätzlich wirst du sogar regelmäßig über die neuesten Produkte am Markt informiert. Denn da der Kollege zu geizig ist, für seinen Musikstreamingdienst ein paar Euro locker zu machen, wird der Nonstop-Mix in regelmäßigen Abständen von noch lauteren Werbeblöcken unterbrochen. Super Service, so weißt du gleich, was du auf deinen Weihnachts-Wunschzettel schreiben kannst.

Und natürlich gibt es nicht nur im Büro bestimmte Typen, die uns immer wieder begegnen. Auch im Urlaub gibt es altbekannte Figuren. 

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