Fünf goldene Regeln für gutes und weniger gutes Feedback

Das mit dem Feedback ist immer so eine Sache: Die einen haben es einfach drauf konstruktive Rückmeldungen zu geben und die anderen – naja eher nicht so. Wie man es so richtig verkacken kann, zeigen die Experten Maria Craemer und Stephan Craemer von der CBC GmbH (Contextuelles Business Coaching) in ihrem Gastbeitrag. Sie zeigen aber auch: wie es richtig geht. 

Fünf goldene Regeln für echt mieses Feedback

1. Generalisieren

„Immer machen Sie beim Protokoll alles falsch.“

Sprechen Sie nicht nur diesen einen Sachverhalt an, sondern generalisieren Sie, was das Zeug hält. Sagen Sie Ihrem Angestellten, dass er immer alles nur falsch macht und nie tut, was Sie sagen. Er wird sich gedanklich schon beim Wort „immer“ ausklinken und innerlich verteidigen. Dann hört er nicht, was Sie sagen, macht den nächsten Fehler und schon haben Sie wieder Recht.

2. Konjunktiv nutzen

„Sie hätten doch nur umsetzen müssen, was ich Ihnen sage.“

Es wird Ihren Angestellten ungemein motivieren, wenn Sie von ihm verlangen, die Vergangenheit zu verändern. In Sekundenschnelle wird er sich überlegen, wie er das anstellen kann und feststellen, dass Sie Unmögliches von ihm verlangen und eine Verteidigungsmauer aufbauen. All die guten Hinweise für bessere Ergebnisse sind leider an der Mauer abgeprallt. Der Wecker für die nächste ‚Hätte-Tirade’ ist gestellt.

3. Gefühle einsetzen

„Das ärgert mich nicht nur, sondern enttäuscht mich maßlos.“

Natürlich sagen Sie nicht mehr: „Sie ärgern mich“, schließlich haben die ‚Ich-Botschaften‘ auch in Ihrem Büro Einzug gehalten. Sie sagen jetzt: „Ich ärgere mich über Sie.“ Im selben Moment wird Ihr Angestellter sich fühlen wie fünf, als sein Vater ihn ärgerlich ausgeschimpft hat und nun ist der emotionale Kanal für Ihr Feedback dicht. Er hört nicht mehr zu, wird sich aber gefällig verhalten, zumindest solange Sie dabei sind. Dann wird er es Ihnen durch weiteres Fehlverhalten heimzahlen, so wie er es schon als Kind beim Vater getan hat.

4. Entwerten

„Sie haben sich dem Kunden gegenüber wie ein begossener Pudel gezeigt. Haben Sie kein Rückgrat?“

Wer entwertet, hat Recht, weil derjenige ja angeblich die Deutungshoheit über die Realität hat – was beim Chef ja per se so ist. Ihr Angestellter wird zurückschlagen und Sie als Idiot entwerten. Das wird er zwar nicht laut sagen, aber Sie können es an seinem Schweigen oder an seinem süffisanten Grinsen ablesen. Seiner Bitte, doch zu erklären, was sie gemeint haben, kommen Sie gern nach, glaubend, nun hätten Sie Ihre Autorität wieder, da er ja Interesse an einer Korrektur zeigt. Weit gefehlt, er lässt sie einfach auflaufen und das mit gutem Recht.

5. Zuckerbrot und Peitsche

„Ich weiß nicht, ob Sie wirklich für diesen Job geeignet sind.“

Das sitzt. Jetzt hat er Angst und das wird ihm Druck machen. Man weiß ja, die meisten Angestellten laufen nur unter Druck. Und den kann er haben. Den Satz muss man noch nicht mal zu Ende aussprechen. Er wird sich jetzt bestimmt schön anstrengen und funktionieren. Sollte er das getan haben, dann kann er wieder Incentives bekommen. Das versprochene Eis bewirkt bei den Kindern ja auch immer Wunder. Nur ist er leider so verunsichert, dass er immer mehr Fehler macht.

Am besten Sie untermalen Ihr gesammeltes Feedback-Wissen noch mit unterschiedlicher Lautstärke und setzten gekonnt machtvolle Gesten ein. Auch ein längerer Anruf während des Feedbacks kommt gut, vor allem wenn Sie bei diesem Gespräch wieder guter Stimmung sind. Dann weiß der Angestellte einerseits, wie unwichtig er eigentlich ist und dass er nur stört, und zum anderen, dass Sie eigentlich guter Stimmung sind, außer, wenn Sie mit ihm sprechen müssen. Denn er macht Ihnen ja die schlechten Gefühle.

Und wie macht man es jetzt richtig? Auf der nächsten Seite geben die Experten fünf Tipps. 


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