Productivity & New Work Zehn Chef-Floskeln, die wir alle kennen – und was sie bedeuten

Zehn Chef-Floskeln, die wir alle kennen – und was sie bedeuten

6. „Bleibt da dran, ich habe großes Vertrauen in eure Fähigkeiten.“

Eine Deadline jagt die nächste und deine To-Do-Liste scheint endlos lang? Vorgesetzte versuchen ihre Mitarbeiter*innen mit Phrasen wie diesen zu motivieren, wenn gerade viel zu tun ist. Deshalb stellen sie vor diesen Satz gerne auch ein „Ich weiß, dass der Workload gerade echt high ist, aber…“ In Wirklichkeit bedeutet es oft: Es ist mir egal, wie du das machst. Hauptsache es ist erledigt.

7. „Danke für den Input, ich behalte die Idee im Hinterkopf.“

Klingt doch gar nicht so schlecht, oder? In Wirklichkeit meinen Vorgesetzte damit: Danke für den Vorschlag, aber das machen wir bestimmt nicht. Auch hier bietet es sich an, einfach nochmal nachzuhaken. Was spricht dagegen deinen Vorschlag umzusetzen oder wen müsstest du davon noch überzeugen? Wenn du wirklich hinter deiner Idee stehst, zögere nicht, das auch andere wissen zu lassen.

8. „Bestimmte Prozesse müssen wir aus strategischen Gründen outsourcen.“

Natürlich gibt es nicht immer für alles Expert*innen im Haus. Aber dieser Satz könnte auch bedeuten, dass Aufgaben an Externe vergeben werden, damit im eignen Unternehmen Arbeitsplätze eingespart werden. Um nicht unnötig Panik zu verbreiten, lohnt es sich gerade in dieser Situation noch einmal genau nachzufragen. Welche Arbeitsschritte werden ausgelagert und warum? Wenn es nichts zu befürchten gibt, werden euch eure Chef*innen bestimmt auch gerne Rede und Antwort stehen.

9. „Versucht einfach, so weit wie möglich damit zu kommen.“

Deadlines gehören mittlerweile zum Berufsalltag dazu und es ist üblich, Aufgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erledigen. Wenn dein Vorgesetzter diese Phrase ans Ende einer Aufgabe fügt, macht er es meist aus einem ganz bestimmten Grund. Auch wenn diese Floskel auf den ersten Blick so wirkt, als würde sie Druck minimieren wollen – bewirkt sie meist genau das Gegenteil. Denn sie soll uns dazu motivieren „unser Bestes“ zu geben und das kann auch bedeuten, mehr in weniger Zeit zu schaffen. Also lass dich darauf lieber nicht ein. Fordere verbindliche Deadlines und richte dich auch nach ihnen.

10. „Ihr solltet das als Chance sehen.“

Wenn du diese Floskel hörst, steht meist eine große Veränderung vor der Tür. Und weil Veränderungen nie einfach sind, ist diese Standard-Phrase fast schon aufgelegt. Doch lass dich nicht mit leeren Aussagen abspeisen und besprich genau mit deinen Vorgesetzten, was sich in Zukunft verändern wird und wie sich das auf dich und deine Kolleg*innen auswirkt. Und wer weiß, vielleicht wartet bald tatsächlich eine große Chance auf euch.

Zusammengefasst haben diese Bullshit-Floskeln eines gemeinsam: Sie klingen erst mal gar nicht so schlecht, weil sie meist überschwänglich positiv formuliert sind. Aber Vorsicht, der Schein kann trügen. Unser Tipp lautet daher: Hab keine Angst davor, das Gespräch zu suchen und kritisch nachzufragen. Schließlich sollten offene Kommunikation und Transparenz keine Fremdwörter für einen guten Arbeitgeber sein.

Seite 2 / 2
Vorherige Seite Zur Startseite

Das könnte dich auch interessieren

Linkedin ist Peak Cringe – und das ist auch gut so Productivity & New Work
Linkedin ist Peak Cringe – und das ist auch gut so
Cory Doctorow: „TikTok nutzt die Riesenteddy-Strategie“ Productivity & New Work
Cory Doctorow: „TikTok nutzt die Riesenteddy-Strategie“
Fluchtgefahr bei Bürozwang – Studie zeigt hohe Kündigungsbereitschaft bei High-Performern und Frauen Productivity & New Work
Fluchtgefahr bei Bürozwang – Studie zeigt hohe Kündigungsbereitschaft bei High-Performern und Frauen
Wie die Pandemie uns nachhaltig verändert hat Productivity & New Work
Wie die Pandemie uns nachhaltig verändert hat
Berufliche Neuorientierung: Wenn das Netzwerk mehr schadet als hilft Productivity & New Work
Berufliche Neuorientierung: Wenn das Netzwerk mehr schadet als hilft