Hallo, hi, sehr geehrte Frau – wie begrüßt man eigentlich richtig?

Durch neue Technologien verlagert sich unsere Kommunikation auch im Büro immer mehr auf Mailverkehr, Slacknachrichten oder den Facebook-Messenger. Aber was sagt man, wenn man schon 300 Mal mit jemandem gechattet hat an diesem Tag, und wie begrüßt man jemanden, dem man kurz vorher im Flur über den Weg gelaufen ist? Sagt man: Ahoi, Liebste*r, Carpe Diem, Gruezi, Good Morning, Bonjour, Guten Morgen, Hey, Huhu, Servus, Tach auch? Zu wem sagt man das, und in welchen Situationen passt was am besten? Wir haben anhand vier der wohl am häufigsten verwendeten Begrüßungsvarianten durchgespielt, wie du durch diese Ansprachen wirken könntest. Darauf steht aber keine Garantie: Wir sind selbst noch in der Testphase.

Sehr geehrter Herr X, sehr geehrte Frau Z,

Benutzt du diese Floskel, bist du mit großer Wahrscheinlichkeit entweder jemand, der eine Person einer anderen Hierarchiestufe adressiert – oder einfach sehr oldschool. Mit Sicherheit (oder: hoffentlich) stehst du mit der Person nicht im täglichen Mailkontakt. Du zeigst Respekt, der aber gerade in der Kommunikation mit Gleichaltrigen ein wenig zu adrett, förmlich oder spießig wirken könnte. Denn was früher ein Must war, ist heute manchmal einfach nur noch schlecht performt. Wenn starre Unternehmenskulturen sich verändern, hat das auch Einfluss auf die gegenseitige Kommunikation: Wer sich in Büros noch siezen lässt, wird gerade von jüngeren Arbeitnehmer*innen zunehmend kritisch beäugt. Trotzdem haben Studien erwiesen, dass das Siezen auch positive Effekte haben kann. Die Universität Siegen beispielsweise hat anhand eines Projekts an 600 Schulen in Deutschland herausgefunden, dass Siezen zu einem späteren Bildungserfolg führen kann. Auch Wirtschaftspycholog*innen warnen vor dem lässigen Du. Welche Kultur im Unternehmen herrscht, lässt sich meistens anhand der firmeneigenen Homepage erkennen. Die lässt oft Rückschlüsse auf die interne Kommunikation zu, gerade wenn man selbst zum ersten Mal mit Vertreter*innen der Firma kommuniziert.

Hi

Das Wort kommt eigentlich aus dem Englischen und ist so was wie die Abkürzung von Hallo, nur ein bisschen frecher und weniger distanziert. Meistens sagt es weniger über die Person aus, die du adressierst, als über dich selbst. Übrigens soll es das Wort schon um 1475 gegeben haben, und zwar als ein Ausruf, um Aufmerksamkeit auf sich selbst zu ziehen. Vielleicht eher an die Kolleg*innen schicken, anstatt damit nach außen zu kommunizieren – denn das würde vorherigen Kontakt schon mal voraussetzen. Sonst kommt es unter Umständen zu frech und unangenehm rüber.

Hallo

Wahrscheinlich die cleverste Art, um möglichst wenig aufgeladen möglichst schnell zum Punkt zu kommen. Irgendwie trotzdem komisch, wenn man sich gerade schon auf dem Flur begegnet ist, und trotzdem förmlich genug, um nicht nur Handlungsanweisungen zukommen zu lassen, sondern sich auch um ein einigermaßen respektvolles Miteinander zu bemühen. Ist der Topfavorit, passt vor jede Mail und jede Nachricht, ist wenig aufwendig und kann nur sehr kompliziert fehlinterpretiert werden. Unser Pro-Tipp für alle, die unsicher sind – oder keine große Lust haben, lange um den heißen Brei zu reden.

Hallöchen

Du bist freundlich, gut gelaunt, ein bisschen druff und – sorry, aber wundere dich nicht, wenn du keine Antwort bekommst.


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