Innovation & Future Alex Jacobi: „Ich kenne wenig so kreative Berufe wie Data-Science“

Alex Jacobi: „Ich kenne wenig so kreative Berufe wie Data-Science“

Alex Jacobi lernte ursprünglich das Handwerk des Tonmeisters, merkte aber schnell, dass er seinen Traum einmal einen Grammy-Award zu gewinnen, wohl niemals erfüllen werden kann. Also versuchte Alex sich als Unternehmer und siehe da: heute leitet der Aachener drei Unternehmen, die sich mit Audio, Daten und Künstlicher Intelligenz beschäftigen.

Passt nicht zusammen? Passt schon. Wie genau und warum Audio das Format der Zukunft ist, das haben wir im Gespräch mit Alex Jacobi herausgefunden.

Wie kam es dazu, dass du als Musikproduzent in den 90ern gedacht hast: Datensätze sind eigentlich auch ganz geil?

Alex: Das fand ich schon lange. Ich komme aus einem ungewöhnlichen Haushalt, in dem nur zwei Dinge wichtig waren: Wissenschaft und Kunst. Als ich mein Abi gemacht habe, hatte ich eigentlich zwei Optionen. Theoretische Physik hätte ich voll geil gefunden oder der nächste Dr. Dre werden. Das war das eigentliche Ziel. Jetzt komme ich aus Aachen, was jetzt nicht so richtig heißes Pflaster ist. Ich hatte aber das tierische Glück, dass ich meinen ersten Mentor kennengelernt habe. Das war der Produzent von Reinhard Mey. So bin ich ins Musikbusiness gerutscht. 

Und wann kam dir da die Idee, drei Unternehmen zu gründen?

Alex: Als ich für mich erkannt habe, dass ich ein exekutionsbehinderter Visionär bin, der Dinge nicht fertig machen kann und deshalb auch keine Chance habe in etwas richtig gut zu werden, war das Unternehmertum vorprogrammiert. Ich bin gut, wo Rationales und Emotionales zusammenkommen. 

Dann hast du das Unternehmen weiterentwickelt. Wie?

Alex: Wir haben 2010 eine komplette Self-Service-Web-Applikation gebaut und uns so aus Versehen digitalisiert. Und rund um 2015, 2016 habe ich angefangen mich mit diesen KI-Themen zu beschäftigen. Ich habe dann die Singularity University besucht. 

Was ist denn die Singularity-University?

Alex: Das ist kurz gesagt so ein Silicon-Valley-Think-Tank kurz vor Sekte. Wo dann so Typen wie Ray Kurzweil, der AI-Chef von Google, abhängen. Aber es ist super visionär, wenn du da 40 Prozent abziehst, sind die immer noch 20 Jahre weiter als alle anderen. Als ich damals zurückgekommen bin, dachte ich mir: Du bist am Arsch. In fünf Jahren wird all das, womit du gerade Cash machst, das heißt Tonstudio, Stimmen, Sprachaufnahmen alles von der KI gemacht und du kannst irgendwas Neues suchen.

Ich bin da tatsächlich eher desillusioniert nach Hause gekommen. Wir haben dann mit allen Mitarbeiter:innen zusammen gesessen und überlegt: Wir müssen eine Software-Company werden, sonst sind wir am Arsch. Dann haben wir uns ein Ziel gesetzt und das konsequent verfolgt. Das heißt Software-Engineers eingestellt, Data Scientist eingestellt, mit KI-Modellen angefangen. Und daraus sind heute mehrere Companies geworden. 

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