Innovation & Future „Wir werden alle Cyborgs sein“ 

„Wir werden alle Cyborgs sein“ 

Futurist Bob Johansen über die Zukunft der Arbeit und der Arbeitsräume.

Bob Johansen ist seit 1973 Mitglied des Think Tanks Institute for the Future. Auch über die Arbeitswelt hat er sich ausführlich Gedanken gemacht: Im Buch „Office Shock“ legt er seine Vision für Büros und das Arbeiten von morgen dar. 

Achtung: Am 6.11. sprechen wir mit Co-Autor Joseph Press im USM Haller Showroom in Hamburg über „Office Shock“ – alle Details zur Anmeldung weiter unten!

Herr Johansen, allen Veränderungstrends zum Trotz scheinen Arbeitgeber vor allem der klassischen Büroarbeit zu vertrauen. Neulich erst hat ausgerechnet Zoom wieder alle ins Büro zurück beordert.

Schon kurios, stimmt. Ist aber nur die halbe Wahrheit: Zoom setzt auf hybrides Arbeiten, wie die meisten anderen auch. Aber klar, dass es bei Zoom große News sind. Es war auch seitens Zoom unglücklich kommuniziert, eine vergebene Chance. Übrigens denke ich, dass diese Anordnungen nicht funktionieren werden, dabei wierd man die besten Leute verleiren. Wichtiger wird sein, dass man ermittelt, was das Büro leisten kann – und dann die nötige Umsetzung starten.

Was sind denn konkrete Office-Verbesserungen?

Erst einmal: Warum überhaupt Office? Das ist nicht der Weg nach vorne. Der wird nämlich aus „blended reality“ bestehen, aus der gemischten Realität. Als ich gerade das Buch „Office Shock“ schrieb, machte gerade das Metaverse die Runde. Weil im Silicon Valley alles massiv überhyped wird, vermied ich den Begriff im Buch. Aber es gibt ein Meer an Möglichkeiten, aus dem man sich schlau bedienen kann. Die besten Führungskräfte werden wissen und entscheiden, welches Medium wann gefordert ist: persönliches Gespräch, virtuelles Meeting oder mobiles Arbeiten.

Also sind wir jetzt doch auf dem Weg zur Arbeit unter dem VR-Helm?

Schon kurios: Google Glass ist gescheitert, aber auf eine interessante Weise. Das Konzept wird sicherlich zurückkommen. Und ich nutze selber VR-Geräte, vor allem bei Gesprächen mit Leuten aus dem C-Level, die ich berate. Aber wir sehen dann auch, dass das Persönliche durch die neue Technologie noch einmal aufgewertet wird. Es ist dazu da, um Vertrauen aufzubauen, in frühen Phasen Kreativität zu beflügeln und den Zusammenhalt untereinander zu stärken.

Seit dem Mainstream-Erfolg der KI rückt die Frage in den Vordergrund, was Menschsein überhaupt ausmacht.

Natürlich haben wir selber ChatGPT genutzt, um das Kapitel über Unterstützung des Menschen seitens neuer Tools zu verfassen. In spätestens zehn Jahren werden wir alle irgendwie „augmented“ und Cyborgs sein. Aber wie? Die größte Frage wird sein: Worin sind Menschen unschlagbar, und wo leigen die Stärken der Maschinen und digitalen Hilfsmittel? Die KI ist keine Anwortmaschine, sie ist stattdessen eine Möglichkeit, uns selber interessantere Fragen zu stellen. Mensch und Maschine wird kein Entweder-Oder sein.

Ein großes Thema ist, warum man angesichts des technologischen Fortschritts überhaupt noch arbeiten sollte.

Viele von uns sind von ihrer Arbeit überzeugt. Es ist der vielbeschworene Purpose, der Zweck. Aber das trifft sicherlich nicht auf alle zu, und das verstehe ich auch. Aber es ist einfach so: Menschen suchen immer nach Bedeutung, nach Sinn und Herausforderungen. Das, was wir Arbeit nennen, wird weiter Teil dieses Strebens nach Sinn sein.

Jetzt hier anmelden und noch mehr über die Arbeit der Zukunft und „Office Shock“ erfahren. Wir laden für den 6.11. um 17 Uhr in den
Showroom von USM Haller in Hamburg ein. Meldet euch direkt an und schreibt eine Mail an bueschking@weimermedia.de!

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