Innovation & Future Kolumne: Marketing-Agenturen im E-Sport? Get the fuck outta here

Kolumne: Marketing-Agenturen im E-Sport? Get the fuck outta here

Erst erklärt Business-Punk-Kolumnist Massoud Mahgoli Street- und Gaming-Kultur, jetzt muss er selber ran – und wartet schon seit Langem auf die Chance

Der E-Sport-Hype ist real, doch wenn wir über den echten Impact und die richtige Game-Changer-Attitüde sprechen, ist das gesamte Thema Gaming-Entertainment wohl das schlummernde Biest. Vor allem der damit einhergehende Lifestyle.

Erstaunlicher- und erfreulicherweise ist es immer noch ein extrem unterschätztes Big Business. Es gibt irre viel herrliches Potenzial, sich kreativ auszutoben. Noch viel, viel besser: Dieser wundervolle Space ist bislang auch noch relativ gut von dem ganzen kurzgedachten Aktivierungstrash irgendwelcher Marketing-Agencies verschont geblieben. Oft genug wird die Szene von denen gar nicht erst als kredibel eingestuft.

Vielleicht spürt man es schon anhand der ersten 18 Zeilen: Ich fühle mich dieses Mal sehr dazu verleitet, scharf zu schießen. Es ist halt echt lame, wie Brands und People auf Krampf den E-Sport-Approach als hip und impactful benutzen und denken, dass sie dann am Nerv der Zeit sind, dass sie sogar irgendeine Form von Pionierwerk verrichten. Klar. Get the fuck outta here …

Am Reißbrett geht da gar nichts. Aufmerksamkeit kommt über Authentizität. Wohl kaum einem ist der majestätische Move von Ninja in Kollaboration mit Drake in 2018 entgangen. Da überwältigte ein Konglomerat an Superstars aus Musik, Sport und Gaming (Travis Scott und JuJu Smith-Schuster von den Pittsburgh Steelers waren auch dabei) einfach aus dem Nichts heraus für ein paar Stunden die gesamte Welt – und zwar mit einem „Fortnite“-Stream. Damals brachen sie den All-Time-High-Concurrent-Viewer-Rekord auf Twitch. So kann es aussehen, wenn eine Handvoll Promis zusammenkommen, die das Konzept Gaming-Lifestyle durchdrungen haben – nicht als Hülle, in die man kurz schlüpft, um sie danach wieder abzustreifen, wenn der nächste Termin ansteht. Sondern, weil man sich zutiefst und aus einem wahren Interesse heraus für das Game begeistert. Das spürt man. Und keine Agentur der Welt hätte diesen Geniestreich planen können.

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, denken wir hier mal weiter: Es führt auch kein Weg am untouchable FaZe-Clan vorbei. Wie es immer heißt: The Most Influential Institution in the World. Die bedienen eine hyperengagierte Community und haben einen geisteskranken Reach. Die sind nicht nur in Sachen Competitiveness ganz weit oben in der Welt, sondern entwickeln auch zeitlose Cross-over-Kollabs in Richtung Fashion, Sport, Technology und Gaming-Lifestyle par excellence.

Jetzt: Was hat das Ganze mit mir zu tun? Well. Seit nunmehr vier Jahren und meinen ersten Gehversuchen im Gaming-Ökosystem, als ich Kolle und Farid in das Thema begleitet habe, war ich mit einer Sportmarketing-Agentur in Kontakt. Riesenladen, trotzdem immer gute Vibes, immer auf Augenhöhe. Ich war immer großer Fan von Sportfive.

Bloß: Irgendwie waren meine Inhalte dann doch leider oft zu Teilen etwas zu provokant, zu anderen Teilen zu kontrovers, als dass sich eine Zusammenarbeit mit ihnen hätte vereinbaren lassen. Aber hier der Twist ins Happy End: Denn was lange währt, wird endlich gut – und ich bin überglücklich, ab sofort für das hauseigene Gaming Entertainment/Lifestyle/E-Sport Team namens SQVAD (sprich: Sqvad 5) als Creative Director zu arbeiten.

Bedeutet für mich also eine Veränderung. Denn ich kann hier nicht mehr nur verkünden, wer alles mit welchen Kampagnen cringe ist und danebenliegt, sondern ich muss echt liefern.

Aber da sehe ich keine Schwierigkeiten. Im Gegenteil: Ich sehe endlich einen neuen Stern am Himmel, der bis in die tiefsten Strukturen den Approach verstanden hat. Endlich, endlich kann ich meine Predigten Realität werden lassen. Ich kann also endlich die massenhaft rumliegende Inspiration in unser eigenes Baby SQVAD einfließen lassen. Drake, Ninja, Travis – geht also ran, wenn ihr eine Bochumer Vorwahl seht!

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