Leadership & Karriere Diversität im Musikbusiness: Es ist an der Zeit für Veränderung

Diversität im Musikbusiness: Es ist an der Zeit für Veränderung

Ein Gastbeitrag von Julia Szymik

Für Frauen und geschlechtsspezifische Minderheiten ist es aufgrund sexistischer Diskriminierung sowie gesellschaftlich verankerter Strukturen immer noch bedeutend schwerer, Sichtbarkeit auf allen Ebenen der Musikindustrie zu erlangen.

Dies untermauern auch die folgenden Zahlen: So sind laut einer Studie aus diesem Jahr nur 13,9 Prozent der Management-Posten in der US-amerikanischen Musikindustrie von Frauen besetzt.

Der British Festival Report stellte 2019 eine über 80 prozentige Männer-Dominanz auf den Festivalbühnen fest (bei 16 von 22 untersuchten Line-Ups).

Diese Zahlen stellen keine Ausnahme dar, sondern sind das Produkt von festgefahrenen Strukturen und Rollenbildern – auch über die Musikbranche hinaus. Der Female Founders Report 2021 zeigt, dass der Frauenanteil bei Startup-Gründungen im letzten Jahr bei nur bei 11,9 Prozent lag.

Diversität allgemein ist ein Thema, mit dem sich auseinandergesetzt werden sollte und muss. Das Problem der mangelnden Vielfalt muss allerdings von der obersten Etage aus behoben werden. Führungspositionen verfügen über die Macht, festgefahrene Strukturen aufzubrechen und zu verändern. Genau das ist nötig: Ein Umdenken in der Grundstruktur der Branche.

Diversität als Aufgabe

Grundlegend lässt sich sagen: Diversität ist eine Aufgabe und nichts, was nebenbei passiert. Das muss auch in Unternehmen bewusst werden.

Für diese Arbeit muss es gezielt ausgewählte und in dem Bereich (aus)gebildete Verantwortliche mit genügend Wissen und Sensibilität geben, deren Arbeitsbereich zumindest zum Teil Diversität, Inklusion und Wellbeing des Teams beinhaltet.

Wellbeing im Sinne eines Umfeldes, das diverse Meinungen und Personen nicht nur toleriert, sondern auch anerkennt. Dieses Thema passiert nicht beim Kaffee kochen nebenbei, es ist ein ebenso konkreter und aufwendiger Arbeitsbereich wie Sales oder Marketing.

Mach dein Team divers!

Vielfalt beginnt bereits beim Recruiting:  Es kommt darauf an, bewusst die Wahl zu treffen, diverse Menschen einzustellen. Die Diversität in Teams beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf Frauen und geschlechtsspezifische Minderheiten, sondern umfasst unter anderem auch sexuelle Orientierung, Herkunft, Alter, Generation, Bildung und Erfahrungen, körperliche und mentale Voraussetzungen, Persönlichkeitsmerkmale und Wertvorstellungen.

Um ein diverses Umfeld zu schaffen, sollten all diese Aspekte einbezogen werden. Das beginnt bei Fortbildungen für Führungspositionen und Personalabteilungen, geht über die Formulierung der Stellenbeschreibungen bis hin zum finalen Auswahlprozess.

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