Life & Style Unsere Kolumnistin Hanne Horvath gibt Tipps: Wie bleibe ich in Krisenzeiten resilient?

Unsere Kolumnistin Hanne Horvath gibt Tipps: Wie bleibe ich in Krisenzeiten resilient?

Eine Kolumne von Hanne Horvath

Das morgendliche Checken der News-App wird aktuell von Tag zu Tag schwerer – eine negative Nachricht folgt auf die nächste, es bleibt kaum Zeit um die Geschehnisse  emotional zu verarbeiten, bevor die nächste niederschmetternde Meldung schon wieder als Push-Nachricht auf dem Display erscheint. Als ob die letzten bald zweieinhalb Jahre Pandemie die Welt nicht schon genug strapaziert hätten, gibt es seit Mitte Februar täglich erschütternde Nachrichten von der Invasion Russlands und dem Krieg in der Ukraine. Der nachfolgende, geballte Informationsfluss macht auf Dauer müde und lässt viele verunsichert und hilflos zurück. Das ist mehr als normal und es ist wichtig, sich selbst in diesen Zeiten zu sagen: Das ist völlig OK, wie du dich gerade fühlst.

Was haben die Pandemie und die Kriegssituation in der Ukraine gemeinsam?

Unbekannt, unerwartet und unkontrollierbar: Durch diese Schlagwörter lassen sich die pandemische Lage und der Krieg in der Ukraine hierzulande vergleichen. Diese Entwicklungen lösen eine handvoll negativer Emotionen aus: Gefühle der Ohnmacht, Unsicherheit und Angst breiten sich in unseren Köpfen aus, wir wissen nicht wie wir handeln sollen. In beiden Fällen steht das Thema des unfreiwilligen Kontrollverlust über eine äußere Situation im Mittelpunkt, was den meisten von uns sehr zu schaffen macht. Das Gefühl, Kontrolle über wichtige Dinge im Leben zu haben, Teile meines Lebens beeinflussen zu können, ist enorm wichtig für unsere psychische Gesundheit und Stabilität. Wiederholte oder länger anhaltende Erlebnisse von Kontrollverlust können depressive Beschwerden begünstigen. 

Gerade der Anfang der Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie sehr wir Menschen von Routinen und Ritualen geprägt sind. Durch den abrupten Umstieg vom Büro ins Homeoffice, dem kompletten Verzicht auf Treffen mit Freund:innen oder den Wegfall von stimulierenden Aktivitäten: Verfestigte Routinen wurden von Heute auf Morgen aufgelöst und die soziale Unterstützung und der Austausch, den man sonst durch das soziale Umfeld erfahren hat, musste neu erfunden werden. 

Wir Menschen sind ein Gewohnheitstiere, die durch solch drastische Änderungen aus dem Gleichgewicht gebracht werden können. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken ist es wichtig, bewusst kontrollierbare „Inseln” im Alltag zu etablieren. Das kann ein geregelter Tagesablauf, ein bestimmtes Ritual oder ein bewusster, kontrollierter Konsum von Berichterstattung sein. 

Hanne Horvath ist Mitgründerin und VP Business Development der Online-Therapieplattform HelloBetter, die digitale Gesundheitsanwendungen zur Behandlung von Stress, Burnout, Panik, chronischem Schmerz oder Vaginismus kostenfrei auf Rezept anbietet. ©HelloBetter

Was macht Menschen gesund?

Aron Antonovsky, ein berühmter amerikanisch-israelischer Soziologe, beschäftigte sich während seiner Lebenszeit mit der Frage, warum Menschen gesund bleiben und nicht, warum sie krank werden. Er entwickelte das Modell der Salutogenese, in der er Gedanken und Ergebnisse der Stressforschung aufgriff, und das gesunden Menschen eine bestimmte „geistig-seelische Globalorientierung”, die er näher als Kohärenzgefühl bezeichnet.

Dieses Gefühl, über das gesunde Menschen in einem wesentlichen Maße verfügen, steht im Mittelpunkt der Salutogenese. Menschen mit viel Kohärenzgefühl kommen nach Antonovsky im Leben gut zurecht. Sie fühlen sich ihren Problemen und Herausforderungen gewachsen, können sich leicht in der Welt orientieren und sehen in ihrem Leben einen Sinn. Dieses Kohärenzgefühl wird durch das Schaffen von sinnhaften Erfahrungen und der allgemeinen Beschäftigung mit dem Thema der Sinnhaftigkeit im Alltag gefördert. 

Was passiert jedoch wenn dieser Alltag ins Wanken kommt, so wie es seit der Pandemie und dem Kriegsbeginn der Fall war? Nun ist die Person eigenständig dafür verantwortlich, sinnhafte Erlebnisse zu kreieren und wird nicht mehr durch Freund:innen, Familie und das soziale Umfeld dazu inspiriert. Wie kann ich also Sinnhaftigkeit auf anderen Wegen fördern, um durch diese Krisensituationen zu kommen? 

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