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10 Prozent Rabatt für Rentner: Diese Kette zeigt Rewe und Lidl wie es gehen kann

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Zehn Prozent Rabatt fürs Alter, während Rewe und Lidl abwinken: Der Rentnerrabatt zeigt, wie freiwillig deutsche Handelspolitik mit Altersarmut umgeht.

Zehn Prozent Rabatt gegen Vorlage des Rentenausweises: Der Teiba Markt im brandenburgischen Neuruppin macht vor, was Aldi, Lidl, Rewe und Penny bundesweit verweigern. Während die großen Ketten auf Apps, Eigenmarken und personalisierte Coupons setzen, zeigt ein inhabergeführter Familienbetrieb, dass ein Nachlass für Rentnerinnen und Rentner keine Frage der Unternehmensgröße ist, sondern eine Frage des Willens.

Ein Discounter macht es einfach anders

Markt-Chef Yasser Daaboul betreibt den Laden an der Karl-Marx-Straße gemeinsam mit seinem Sohn Abd Alkader. Ausgenommen von den zehn Prozent sind laut Wmn lediglich Zigaretten, Alkohol führt der Markt ohnehin nicht. Als möglicher Ausloeser der Aktion gilt eine persoenliche Beobachtung der Familie: Eine aeltere Freundin hatte finanziell zu kaempfen. „Die Statistiken zeigen das ja schon, den Rentnern hier geht es nicht gut. Wir sehen das jeden Tag bei unseren Kunden“, sagte Daaboul der B.Z.

Einen gesetzlichen Anspruch auf einen solchen Rabatt gibt es nicht, die Aktion bleibt eine freiwillige unternehmerische Entscheidung, die jederzeit enden kann. Ein Enddatum war laut Gegen Hartz bei den Berichten über die Aktion bislang nicht vorgesehen, dennoch kann eine aktuelle Nachfrage vor Ort vor dem Einkauf sinnvoll sein, weil es sich um die Leistung eines einzelnen Haendlers handelt.

Konzernriesen bleiben zurueckhaltend

Bei den großen Ketten fällt die Handelspolitik ernüchternd aus. Rewe verweist laut Wmn auf faire Preise für alle und die Eigenmarke „ja!“, Kaufland setzt auf dauerhaft niedrige Preise statt Sonderrabatt und verweist stattdessen auf seine Kaufland Card XTRA mit personalisierten Vorteilen. Penny zeigt Verständnis, will aber keine Kundengruppe bevorzugen und verweist zusätzlich auf Alleinerziehende und junge Menschen, setzt stattdessen auf Angebote, Coupons und die Penny-App. Auch Aldi Nord und Aldi Süd haben laut Gegen Hartz nach einer Befragung aus dem Frühjahr 2026 keinen gesonderten Rentnerrabatt vorgesehen, Lidl kündigte ebenfalls keinen besonderen Preisnachlass allein für Senioren an und setzt stattdessen auf Lidl Plus und personalisierte Coupons neben den üblichen Prospektangeboten.

Eine echte Ausnahme bildet laut Gegen Hartz die Kette Kauver, die in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen einen offiziellen Rentner-Tag bewirbt: zehn Prozent Rabatt am ersten Dienstag im Monat für Menschen ab 67 Jahren, in Hannover sogar jeden Dienstag ab 60 Jahren. Fällt der erste Dienstag auf einen Feiertag, wird der Rentner-Tag den veröffentlichten Bedingungen nach auf den folgenden Mittwoch verschoben.

Auch ein Marktkauf-Center in Hamburg-Lohbrügge gewährt Kunden des Jahrgangs 1961 oder früher seit 2022 jeden Mittwoch fünf Prozent, wobei bestimmte Waren von der Vergünstigung ausgenommen sind. Der Nachlass wurde nach Angaben des Geschäftsführers sogar trotz eines zusätzlichen App-Rabatts für die übrige Kundschaft beibehalten. Gerade weil solche Aktionen einzelnen Filialen im Edeka-Verbund vorbehalten bleiben, lässt sich daraus keine bundesweite Regel ableiten, eine Nachfrage im jeweiligen Markt kann sich daher lohnen.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.