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Punk Presso: Wer die Macht behalten will, erfindet eine neue Aktienklasse

Punk Presso mit Meta-Aktie und Goldkrone
BP | KI-generiert mit ChatGPT Punk Presso vom 26.10.26
Erschienen
Lesezeit5 Min · 1.011 Wörter

Kurz, stark, wach: sieben Snacks aus der Presse vom Wochenende, jeder mit Quelle und Prüfsiegel. Alles, was Business Punker vor dem ersten Kaffee wissen müssen.

Guten Morgen, es ist Montag, der 26. Oktober 2026. Die Presse der letzten Tage drehte sich um Metas Aktienumbau, DeepSeek zwischen US-Bann und Geldregen, KI-Angriffe auf Banken und ein Falt-iPhone mit ersten Rissen. Der Kaffee darf dabei ruhig heiß bleiben.

Zahl des Tages

Minus 2,12 Milliarden Dollar. So hoch war laut Meta der freie Cashflow im dritten Quartal, bei einem Umsatz von 64,6 Milliarden Dollar, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut SiliconANGLE liegt das daran, dass die Investitionen von 34,91 Milliarden Dollar den operativen Cashflow von 32,79 Milliarden überstiegen. Die Aktie fiel am Tag danach um fast 8 Prozent. Rekordumsatz und Minus in der Kasse: Das ist der Preis des KI-Wettrüstens.

Quelle: Meta, SiliconANGLE

Work-Snacks

AnlagePunk: Zuckerbergs Steuerplan heißt Klasse C

Mark Zuckerberg baut Meta so um, dass er eine mögliche Vermögensteuer zahlen kann, ohne die Macht abzugeben.

Laut Börsenunterlage bei der US-Börsenaufsicht SEC erhält jeder Meta-Aktionär ab 19. Januar 2027 für jede Aktie eine stimmrechtslose Klasse-C-Aktie dazu, faktisch ein Aktiensplit 2:1. Zuckerberg hält gut 60 Prozent der Stimmen bei nur 13,4 Prozent Kapitalanteil. Bis zu 20 Prozent seiner C-Aktien darf er frei verkaufen, auch für eine mögliche Steuer aus Kaliforniens Proposition 40, über die am 3. November abgestimmt wird. Im Gegenzug sagt er zu, acht Jahre in Kalifornien oder am Meta-Sitz zu wohnen. Bleibt die Frage, ob die Wähler den Umbau überhaupt nötig machen.

Snack Punk Check: Geprüft (SEC-Unterlage, Meta-Mitteilung). Wer Macht auf 13,4 Prozent Kapital baut, regelt die Steuerfrage gleich mit.

Quelle: SEC, SiliconANGLE

let’s techle it: DeepSeek sammelt Milliarden trotz Bann

Washington wirft DeepSeek aus den Behörden, und in China wächst die Finanzierungsrunde weiter.

Laut Bericht von BleepingComputer hat das US-Heimatschutzministerium am 20. Oktober zivilen Bundesbehörden aufgetragen, DeepSeek-Produkte zu entfernen oder binnen 60 Tagen eine Ausnahme zu beantragen. Die Finanzierungsrunde lief da längst: Reuters nennt laut DigitalToday mindestens 80 Milliarden Yuan bei rund 500 Milliarden Bewertung, Caijing laut Dr. Web rund 100 Milliarden Yuan, mit CATL und Geely. Für den Börsengang an Shanghais STAR Market hat DeepSeek Citic Securities als Konsortialführer bestellt. Wer zahlt, wenn der Westen aussperrt? Chinas Industrie.

Snack Punk Check: Umstritten (Summen weichen ab, nichts offiziell bestätigt). Ein Bann verkleinert den Markt, aber nicht den Appetit der Geldgeber.

Quelle: DigitalToday, Dr. Web, BleepingComputer

let’s techle it: KI-Hacker nehmen 400 Ziele ins Visier

Mit Claude und Grok sollen Angreifer Banken und Zahlungsfirmen in Lateinamerika attackiert haben.

Laut PYMNTS beruft sich The Information auf die Sicherheitsfirma Straiker: Die Täter steuerten ein Netz aus KI-Agenten gegen mehr als 400 Ziele, darunter Banken und Zahlungsanbieter. Genutzt wurden laut dem Bericht Claude von Anthropic und Grok. Anthropic habe den Zugriff der Angreifer nach Straikers Befunden gesperrt. Was fehlt, ist eine unabhängige Bestätigung der Zahl.

Snack Punk Check: Einzelquelle (The Information, über PYMNTS). Dasselbe Werkzeug, das Ihnen Mails schreibt, schreibt auch Angriffe.

Quelle: PYMNTS

let’s techle it: Acht Zertifikate mit 256 möglichen Schlüsseln

Mozilla und Google sperrten Zertifikate, die sich mit 256 Versuchen knacken ließen.

Zertifikate bestätigen, dass eine Website echt ist. Laut BleepingComputer entdeckte ein Forscher am 17. Oktober, dass acht Zwischenzertifikate des indischen Anbieters eMudhra viel zu schwache Schlüssel hatten. Mozilla und Chrome blockten sie noch am selben Tag, Apple zog am 22. Oktober nach. Schuld war demnach ein Fehler in einem Skript vom April 2025, kein Angreifer.

Snack Punk Check: Einzelquelle (BleepingComputer). Für diesen Einbruch brauchte es keine KI, nur einen Skriptfehler.

Quelle: BleepingComputer

work wise: Döpfner will ein Stück von TikTok Europa

Axel Springer möchte beim Europageschäft von TikTok mitspielen und ByteDance sagt, darüber habe niemand verhandelt.

Die Financial Times berichtet laut Handelsblatt, Mathias Döpfner habe dem US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, vorgeschlagen, Springer an einem Kauf zu beteiligen. Nach Yahoo Finance bestätigte Springer sein Interesse an einer „europäischen Lösung für TikTok“, ByteDance erklärte, formelle Gespräche habe es nicht gegeben. Vorbild ist das US-Gemeinschaftsunternehmen. Ein erzwungener Verkauf in Europa gilt laut Handelsblatt als unwahrscheinlich. Wer soll also verkaufen?

Snack Punk Check: Einzelquelle (FT, über Handelsblatt und Yahoo Finance). Ein Verkäufer, der nicht verkaufen muss, ist der teuerste Gesprächspartner.

Quelle: Handelsblatt, Yahoo Finance

AnlagePunk: Öl pendelt zwischen Krieg und Hoffnung

Brent legte in einer Woche 6 Prozent zu und gibt am Montagmorgen schon wieder nach.

Laut Business Recorder, lag Brent am Montag früh bei 114,51 Dollar, ein Minus von 1,9 Prozent, WTI bei 101,04 Dollar. Zuvor war der Preis nahe ein Sechs-Monats-Hoch geklettert, getrieben von Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien und gestörter Schifffahrt rund um Hormus. Nun stützt die Hoffnung auf Entspannung, weil Vermittler aus Katar nach Teheran reisen. Analystin Vandana Hari erwartet weiter Schwankungen, denn Märkte rechnen mit möglichen Schlägen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November.

Snack Punk Check: Geprüft (Reuters, zwei Veröffentlichungen). Der Ölmarkt handelt gerade Hoffnung und Wahltermin zugleich.

Quelle: Business Recorder, Shafaqna

Play-Snacks

play hard: Falt-iPhone mit Riss am Verkaufstag

Das iPhone Duo für 1.999 Dollar soll am ersten Tag schon die ersten Displayschäden gezeigt haben.

PhoneArena beschreibt den Fall eines Käufers aus Melbourne, dessen Innendisplay laut seinem Post nach rund sechs Stunden riss. Ein Apple Store tauschte das Gerät und sprach von einem „Day-one-Fehler“. Laut The National melden weitere Käufer Risse am Scharnier und tote Pixel, Apple wolle beschädigte Geräte in Kalifornien untersuchen. Ob das ein Serienproblem ist, ist offen, manche zweifeln die Fotos sogar an.

Snack Punk Check: Umstritten (Einzelfälle, Echtheit teils angezweifelt, Ausmaß unklar). Bei dem Preis darf schon die erste Stunde der Stresstest sein.

Quelle: PhoneArena, The National

Heute im Blick

Am 30. Oktober startet das iPhone Duo in 28 weiteren Märkten. Trending Topics

Am 3. November stimmt Kalifornien über Proposition 40 ab, zugleich finden in den USA die Zwischenwahlen statt. SEC

Die Frage für heute

Wenn Angreifer mit KI schneller werden und Verteidiger noch an Skriptfehlern scheitern: Wer prüft bei Ihnen die Basis, bevor das nächste Tool kommt? Der Kaffee dazu ist optional, die Antwort nicht.

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte CIS – Content Impact Services und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.