Porsche vor neuem Kahlschlag: Weitere 4.100 Jobs auf der Kippe
VW senkt die Gewinnprognose auf ein Prozent Rendite. Für Porsche drohen laut Bericht 4100 weitere Stellenstreichungen. Der Zukunftspakt reicht offenbar nicht.
Ein Prozent operative Umsatzrendite statt der zuvor angepeilten 4 bis 5,5 Prozent: Volkswagen hat seine Jahresprognose für 2026 drastisch zusammengestrichen. Als Ausloeser gilt eine Milliardenabschreibung auf Porsche. Jetzt droht der Sportwagenmarke der nächste Kahlschlag, zusätzlich zu den bereits 8900 gestrichenen Stellen aus den bisherigen Sparrunden.
Laut Zeit und Welt könnten in der Markengruppe „Sport Luxury“, zu der Porsche gehört, weitere rund 4100 Arbeitsplätze wegfallen. Der Plan gehe aus Unterlagen zum Aufsichtsratsbeschluss bei VW von Anfang September hervor. Allein bei den Gemeinkosten klaffe demnach eine Lücke von rund 700 Mio. Euro. Weder Volkswagen noch Porsche äußerten sich dazu.
Komfortzone wird teuer
VW-Chef Oliver Blume brachte die Lage bereits vor Monaten auf den Punkt: „Wir haben über Jahre in einer Komfortzone gelebt“, so Zeit. Diese Komfortzone kostet jetzt Substanz. Porsche hatte im Juli beschlossen, bis 2035 weitere 5000 Stellen zu streichen, zusätzlich zu den 3900 Stellen bei Porsche selbst und 500 bei Tochterfirmen aus dem ersten Zukunftspakt 2025. Rechnet man den neuen Plan hinzu, fällt nach Angaben von Zeit fast jede fünfte Stelle bei der Marke weg.
Strukturell zeigt der Fall ein Grundproblem der deutschen Autoindustrie: Konzernstrukturen, die auf Skaleneffekte im Verbrennergeschäft ausgelegt waren, treffen auf eine Elektrostrategie, die teurer und langsamer skaliert als geplant. Porsche agiert zwar eigenständig, VW kann Sparmaßnahmen laut Berichterstattung nur empfehlen, nicht anordnen.
Genau diese Konstruktion erschwert schnelle Konzernentscheidungen, wenn eine Tochter unter Druck gerät. Bemerkenswert ist dabei die Reihenfolge der Ereignisse. Erst kam der erste Zukunftspakt 2025 mit dem Abbau von 3900 Stellen bei Porsche und 500 bei Tochterunternehmen. Dann folgte im Juli die zweite Runde mit weiteren 5000 Stellen bis 2035. Nun, kaum zwei Monate später, taucht mit den 4100 zusätzlichen Jobs bereits die dritte Sparrunde auf, die zeitlich im Zusammenhang mit einer VW-Gewinnwarnung steht, welche wiederum mit der Porsche-Abschreibung in Verbindung gebracht wird. Jede Maßnahme scheint die nächste nach sich zu ziehen, ohne dass sich ein Endpunkt der Kürzungen erkennen lässt. Diese Kaskade wird von Beobachtern als Hinweis gelesen, dass frühere Sparprogramme das eigentliche Problem möglicherweise nicht geloest, sondern lediglich Zeit gekauft haben.