Niederlandes KI-Sparplan: 25.000 Beamte sollen ersetzt werden
Die Niederlande streichen bis 2035 rund 25.000 Staatsjobs per KI-Effizienzplan. Milliarden sollen fließen, während unklar bleibt, wer wirklich ersetzt wird.
Eric van der Burg, niederländischer Staatssekretär für Königreichsbeziehungen und effektive Regierung, will bis 2035 rund 25.000 Vollzeitstellen in der Zentralregierung abbauen. Das ist kein ferner Plan für die nächste Legislatur, sondern ein Brief ans Parlament mit konkreten Zahlen. Wer glaubt, der öffentliche Dienst sei vor der KI-Welle sicher, bekommt gerade einen Realitätscheck aus Den Haag. Van der Burg selbst bringt es auf den Punkt: „Wir können nicht weitermachen wie bisher“, sagte er laut Quartz. „Deshalb werden wir scharfe Entscheidungen für eine wirklich funktionierende Zentralregierung treffen: einfacher, smarter und kleiner.“ Die Dimension ist ungewöhnlich konkret.
Bis 2027 sollen jährliche Einsparungen von 900 Mio. Euro stehen, bis 2035 soll die Summe auf 3,5 Mrd. Euro pro Jahr steigen. Polizei und Verteidigung bleiben außen vor, alle anderen Bereiche müssen liefern, teils mit Kürzungen von 45 oder 60 Prozent in einzelnen Abteilungen, so Handelsblatt. Wo genau die Stellen fallen, ist lau dem Blatt noch unklar. Die Regierung verweist darauf, dass sie erst in ihrem Frühjahrsbudgetmemo offenlegt, wie sie die Einsparziele konkret umsetzt. Bis dahin bleibt der Plan eine Rahmenankündigung mit scharfen Zielmarken, aber ohne detaillierte Abteilungsliste.
Vom Allzeithoch zur Rolle rückwärts
Die Ausgangslage macht den Plan brisant. Die Zahl der Beamten der Zentralregierung erreichte Ende 2025 mit 160.000 einen Allzeithoch, ein Plus von 41 Prozent seit 2018. Die Niederlande zählen 18 Millionen Einwohner, kommen also auf eine Beamtendichte, die die Regierung jetzt als nicht mehr tragbar bewertet. Die 25.000 Streichungen entsprechen rund 16 Prozent der Belegschaft bis 2035. Zum Vergleich, so Handelsblatt: 2018 waren es nur gut halb so viele Staatsbedienstete wie heute. Der Aufbau der vergangenen Jahre würde damit nicht nur gestoppt, sondern zu einem erheblichen Teil wieder zurückgedreht.
Besonders betroffen sind laut Quartz jene Ministerien, Aufsichtsbehörden und Agenturen, die Politik tatsächlich umsetzen. Gerade dort, wo Verwaltung im Alltag spürbar wird, drohen die tiefsten Einschnitte. Das unterscheidet diesen Plan von klassischen Sparrunden, die oft zuerst Querschnittsfunktionen treffen. Hier sollen auch operative Einheiten bluten, was die Debatte über die tatsächliche Umsetzbarkeit der KI-Versprechen zusätzlich befeuert. Das Parlament hat unverbindliche Anträge verabschiedet, die eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent durch KI in der gesamten Regierung fordern. Van der Burg nutzt genau diese Vorgabe, um seine Kürzungen zu rechtfertigen. Das ist smart: Die Ansage kommt nicht allein von ihm, das Parlament selbst hat den Maßstab gesetzt. Der Personalabbau ist damit politisch doppelt abgesichert, einmal durch die Haushaltsziele des Kabinetts, einmal durch den parlamentarischen Auftrag zur KI-Produktivität.