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Niederlandes KI-Sparplan: 25.000 Beamte sollen ersetzt werden

Die Niederlande streichen bis 2035 rund 25.000 Staatsjobs per KI-Effizienzplan.
Unsplash/Getty Images Die Niederlande streichen bis 2035 rund 25.000 Staatsjobs per KI-Effizienzplan.
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KI als Sparvorwand oder echter Hebel

Konkret wird es erst 2027. Dann will das Kabinett Ziele und Sparpläne zur Produktivitätssteigerung mit KI vorlegen. Bis dahin bleibt die Technologie vor allem Versprechen: elektronische Prozesse vereinfachen, IT-Systeme standardisieren, jährlich mindestens 500 Regeln abschaffen oder vereinfachen. Dazu kommen handfeste Sparmaßnahmen wie ein Schreibtisch pro Mitarbeitendenpaar und der Verkauf überschüssiger Gebäude. Auch bei den Gremien wird gestrichen: Derzeit existieren 28 ständige Beratungsgremien und rund 150 Beratungsausschüsse, deren Zahl reduziert werden soll. Noch in diesem Jahr will die Regierung dafür konkrete Zielvorgaben festlegen, so Quartz.

„Durch Vereinfachung und effizienteres Arbeiten wird in den nächsten zehn Jahren weniger Personal im öffentlichen Dienst benötigt“, heißt es in der Regierungsaussendung, so Der Standard. Ein Einstellungsstopp ist laut Van der Burg nicht geplant, stattdessen soll jeder Abgang einzeln geprüft werden, ob er ersetzt werden muss. Diese Methode des natürlichen Personalabbaus über Fluktuation wird von Beobachtern als politisch weniger riskant eingeschätzt als pauschale Kündigungswellen, verlangsamt aber auch das Tempo der versprochenen Einsparungen. Premierminister Rob Jetten hatte das Vorhaben, den Staatsapparat zu verkleinern und Regeln abzuschaffen, laut Handelsblatt bereits bei Amtsantritt seiner Regierung angekündigt. Mit van der Burgs Brief wird aus dieser allgemeinen Ankündigung nun erstmals ein Zahlenwerk mit Zeitplan.

Business Punk Check

Der Widerspruch liegt offen: Eine Regierung, die seit 2018 ihren Beamtenapparat um 41 Prozent aufgebläht hat, verkauft jetzt den Rückbau als KI-Revolution. Die konkreten KI-Tools, die 25.000 Jobs ersetzen sollen, existieren laut Plan erst ab 2027. Bis dahin ist der Sparplan vor allem Bürokratieabbau mit KI-Etikett, finanziert über echte Zahlen, aber ohne echten technologischen Nachweis. Für Entscheider in Verwaltung und Public Sector lohnt sich trotzdem der Blick auf die Struktur dieses Plans: Standardisierte IT-Systeme, reduzierte Beratungsgremien und eine Regelabschaffungsquote von 500 pro Jahr sind Hebel, die unabhängig von KI-Hype funktionieren. Wer jetzt beobachtet, ob Den Haag 2027 tatsächlich funktionierende KI-Tools liefert oder nur Organisationsberatung mit neuem Namen, bekommt einen der saubersten Testfälle für Staats-KI in Europa.

Auf einen Blick

  • Die Niederlande wollen bis 2035 rund 25.000 Vollzeitstellen in der Zentralregierung abbauen, Polizei und Verteidigung sind ausgenommen.
  • Die Einsparungen sollen bis 2027 bei 900 Mio. Euro jährlich liegen und bis 2035 auf 3,5 Mrd. Euro steigen.
  • Die Beamtenzahl der Zentralregierung erreichte Ende 2025 mit 160.000 ein Allzeithoch, ein Plus von 41 Prozent seit 2018.
  • Konkrete Ziele zur Produktivitätssteigerung mit Künstlicher Intelligenz will das Kabinett erst 2027 vorlegen.

Quellen: De, Handelsblatt, Derstandard, KI-unterstützt

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