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Leitzins auf 2,50 Prozent: EZB zieht die Schuldenbremse für alle

Christine Lagarde
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Sparer profitieren spürbar

Wer Geld anlegt statt es zu leihen, sieht die andere Seite der Zinswende. Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox sind die Tagesgeldzinsen für Neukunden gestiegen, bei befristeten Angeboten sind in der Spitze mehr als vier Prozent drin.

Die durchschnittlichen Festgeldzinsen bei zwei Jahren Laufzeit legten auf 2,55 Prozent zu, so WirtschaftsWoche. Allerdings reagieren nicht alle Einlagen gleich schnell: Termineinlagen folgen dem Leitzins meist zügiger als täglich fällige Konten, deren Verzinsung zunächst niedriger bleibt. Volkswirte halten laut WirtschaftsWoche weitere Zinsschritte in diesem Jahr für möglich, sollte sich der Inflationsdruck aus dem Nahen Osten nicht abschwächen.

Business Punk Check

Die EZB steckt in einem klassischen Dilemma: Zu zögerlich handeln und die Inflation entgleist erneut, zu aggressiv handeln und die Konjunktur kippt. Der Ölpreisschock aus dem Iran-Konflikt ist dabei ein externer Faktor, den die Notenbank nicht steuern kann, sie kann nur die Nachfrage im Euroraum dämpfen.

Für Sparer ist die Zinswende eine späte Genugtuung nach Jahren mickriger Zinsen. Für Kreditnehmer und Unternehmen mit Finanzierungsbedarf wird die Rechnung härter. Offen bleibt, wie lange sich Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln, bevor die EZB den Rückwärtsgang einlegt.

Auf einen Blick

  • Die EZB hebt den Einlagenzins auf 2,50 Prozent an, die zweite Erhöhung in diesem Jahr, ausgelöst durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs.
  • Die Inflation im Euroraum lag im August bei 3,3 Prozent, dem höchsten Wert seit September 2023 und deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent.
  • Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung kosten laut Finanztip inzwischen rund 4,2 Prozent effektiv, den höchsten Stand seit Ende 2023.
  • Tagesgeldzinsen für Neukunden sind laut Verivox gestiegen, bei befristeten Angeboten sind in der Spitze mehr als vier Prozent möglich.

Quellen: WirtschaftsWoche, Nzz, Ecb, KI-unterstützt

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.