Rente mit 63: Wenn 45 Jahre nicht gleich 45 Arbeitsjahre sind
Ehepaare kommen laut Deutsche Rentenversicherung im Schnitt auf ein Netto-Gesamteinkommen von 2.907 Euro im Monat aus allen Alterssicherungsleistungen zusammen. Die Rentenkommission empfiehlt deshalb eine Schutzrente für gesundheitlich Betroffene statt eines pauschalen Frühausstiegs für alle, verbunden mit einer mehrjährigen Übergangsfrist für rentennahe Jahrgänge.
Business Punk Check
Die Rente mit 63 wird politisch als Belohnung für harte Arbeit verkauft, obwohl weniger als 60 Prozent der Berechtigten die 45 Jahre überhaupt durch Erwerbstätigkeit erreichen. Wer die Statistik genau liest, erkennt eine Umverteilung zugunsten besser verdienender Männer in körperlich weniger belastenden Berufen, während Frauen mit Erziehungs- und Pflegezeiten seltener profitieren. Das ist kein Sozialausgleich, sondern eine Schieflage mit Ansage. Für Personalverantwortliche im Mittelstand entsteht daraus eine konkrete Planungsfrage: Wie lange bleiben erfahrene Mitarbeitende überhaupt im Betrieb, wenn ein abschlagsfreier Ausstieg mit 63 weiterhin winkt? Unternehmen, die Nachfolgeplanung und Wissenstransfer aufschieben, verlassen sich auf eine Regelung, die laut Rentenkommission absehbar fällt. Wer frühzeitig auf flexible Übergangsmodelle setzt, verschafft sich einen Vorsprung, unabhängig davon, wie die Reform am Ende aussieht.
Auf einen Blick
- Seit 2014 nutzten 3,4 Millionen Menschen die Rente mit 63, das sind knapp 30 Prozent aller Altersrenten-Zugänge.
- Weniger als 60 Prozent der Berechtigten erfüllen die 45 Jahre allein durch Erwerbstätigkeit, bei Frauen nur ein Drittel.
- Männliche Bezieher erhalten im Schnitt 2.095 Euro Bruttorente, Frauen 1.672 Euro monatlich.
- Die Rentenkommission empfiehlt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 zugunsten einer gezielten Schutzrente für gesundheitlich Betroffene.
Quellen: Rp Online, Deutsche Rentenversicherung, Bundesregierung, Bmas, Rvrecht, Haufe, Riester, Jahresbericht, KI-unterstützt