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Tanken im Ausland: Deutschlands Extra-Steuer an der Zapfsäule

Spritpreise gehen steil nach oben
Shutterstock Spritpreise gehen steil nach oben
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Polen wiederum verliert seinen Vorteil zum Teil wieder: Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 8 Prozent und die staatliche Preisdeckelung liefen am 31. August mit dem Ende der Schulferien aus, Preissteigerungen von 14 bis 20 Cent pro Liter gelten laut ADAC-Einschätzung als möglich. Teurer als in Deutschland bleibt es in den Niederlanden und in Dänemark, wo laut BILD höhere Steuern die Preise dauerhaft nach oben treiben, mit 2,63 beziehungsweise 2,47 Euro pro Liter Benzin liegen beide Länder klar an der Spitze. Belgien punktet nicht nur beim Sprit: Beschäftigte verdienen dort laut Eurostat im Schnitt 2.000 Euro brutto mehr im Jahr als in Deutschland, wobei ein direkter Zusammenhang mit niedrigen Verbrauchssteuern nicht belegt ist. Wichtig bleibt dabei, dass die Preise auch innerhalb eines Landes stark schwanken können, etwa zwischen Nord- und Südspanien, abhängig von Tageszeit und einzelner Tankstelle. Auch Wechselkurse spielen eine Rolle. „Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen; wie beim Beispiel Polen; auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns“, erklärt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer laut Adac.

Zoll bremst den Tanktourismus

Der wirtschaftliche Vorteil hat Grenzen. Sprit im Tank und bis zu 20 Liter im Reservekanister dürfen zollfrei über die Grenze, größere Mengen müssen verzollt werden.

Der deutsche Zoll kontrolliert deshalb verstärkt in den Grenzgebieten Bayerns, Brandenburgs und Sachsens, wie Adac berichtet. Wer nur wegen des Tankpreises einen größeren Umweg fährt, verliert den Vorteil oft durch den zusätzlichen Verbrauch wieder, insbesondere wenn die Route über mehrere Länder mit unterschiedlichen Preisniveaus führt und die reine Fahrzeit die kalkulierte Ersparnis auffrisst.

Business Punk Check:

Der eigentliche Skandal ist nicht der Literpreis, sondern die Beliebigkeit staatlicher Eingriffe. Belgien deckelt seit 1974, Luxemburg reguliert per Verordnung, Frankreich überlässt es einem einzelnen Konzern und Deutschland überlässt es dem Markt, mit dem Ergebnis, dass deutsche Steuerzahler die höchsten Preise im Vergleich zu fast allen Nachbarn tragen. Das ist keine Naturgewalt, sondern eine politische Entscheidung gegen Entlastung.

Für Unternehmen mit Fuhrparks und Pendler in Grenzregionen lohnt sich ein nüchterner Blick auf die tatsächliche Kostenrechnung statt auf den Schlagzeilen-Vorteil. Fuhrparkbetreiber in Grenznähe orientieren sich zunehmend an den ADAC-Umwegformeln statt an gefühlten Ersparnissen. Wer politische Börsenblasen wie die Polen-Rabatte für dauerhaft hält, wird im Herbst überrascht: Auslaufende Programme wie das polnische Preispaket gelten als Beispiel dafür, wie schnell staatlich gemachte Vorteile wieder verschwinden können.

Auf einen Blick

  • Der Liter Benzin kostet in Tschechien und Polen laut ADAC rund 1,81 Euro, etwa 45 Cent weniger als in Deutschland.
  • Luxemburg und Belgien regulieren Spritpreise staatlich, Deutschland überlässt die Preisbildung dem freien Markt.
  • Polens Tankrabatt mit reduziertem Mehrwertsteuersatz von 8 Prozent lief am 31. August aus, Preissteigerungen von 14 bis 20 Cent gelten laut ADAC-Einschätzung als möglich.
  • Der deutsche Zoll kontrolliert verstärkt an den Grenzen zu Bayern, Brandenburg und Sachsen, um illegale Kanistermengen zu erfassen.

Quellen: Adac, Tagesschau, Bild

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