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VW, BMW, Mercedes im Sinkflug: Alle wachsen, nur Deutschlands Autoriesen schrumpfen

Embleme von Mercedes, BMW und VW auf hinteren Startgrid-Positionen, Konkurrenten fahren im Rücklicht-Blur vorbei
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Während Tesla, Suzuki und Geely wachsen, schrumpft der VW-BMW-Mercedes-Umsatz zum dritten Mal in Folge. EY sieht Deutschlands Autoindustrie in einer Profitabilitätskrise.

Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW landen im globalen Umsatz-Ranking der größten Autokonzerne auf den Plätzen 16, 17 und 19. Von 19 untersuchten Herstellern verzeichneten 15 im ersten Halbjahr ein Umsatzplus, nur die drei deutschen Konzerne nicht.

Das ist laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY das dritte Umsatzminus in einem ersten Halbjahr in Folge.

Deutsche Konzerne fallen zurück

Die Umsätze der drei Konzerne sanken auf rund 284 Mrd. Euro, ein Rückgang von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Alle 19 untersuchten Autokonzerne zusammen steigerten ihre Erlöse dagegen um 3,6 Prozent auf knapp 1.048 Mrd. Euro. Den stärksten Zuwachs im Feld erzielte Tesla, gefolgt von Suzuki und Geely. Noch deutlicher zeigt sich der Rückstand beim Gewinn: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern der deutschen Autobauer sank um 19,0 Prozent auf 13,0 Mrd. Euro, den niedrigsten Wert seit dem Pandemie-Jahr 2020.

Absolut liegen VW, Mercedes und BMW zwar weiterhin mit Abstand vor Herstellern aus anderen Ländern, doch der Trend zeigt eindeutig nach unten. Auch bei den Konkurrenten aus China und Japan sank der Gewinn, um 21,9 beziehungsweise 36,5 Prozent. Zum Vergleich: Die US-Hersteller Ford, General Motors und Tesla legten beim Ebit um 32,9 Prozent zu.

Der Gewinn aller betrachteten Hersteller stieg insgesamt um 11,4 Prozent auf 43,7 Mrd. Euro, wobei dieser Anstieg auch dadurch verzerrt wird, dass etliche Konzerne im Vorjahr massive Abschreibungen auf ihr E-Auto-Geschäft vorgenommen hatten. EY-Branchenexperte Constantin Gall bringt es auf den Punkt: „Die deutschen Hersteller verlieren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft,“ Während internationale Wettbewerber ihre Margen stabilisieren könnten, gerieten VW, Mercedes-Benz und BMW bei Gewinn und Rendite zunehmend ins Hintertreffen.

Standort Deutschland wird zur Last

Gall macht dafür strukturelle Kostennachteile verantwortlich. Der hohe Produktionsanteil in Deutschland sei lange ein Wettbewerbsvorteil und Symbol für Qualität und Stärke gewesen, werde angesichts geringer Lohnkostenproduktivität, hoher Energiepreise und Bürokratiekosten aber zunehmend zur Belastung. Notwendige Veränderungen ließen sich hierzulande nicht konsequent umsetzen, sodass es schwer werde, beim Thema Profitabilität den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen. „Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte“, erklärt Gall.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.