Piestro: Pizza aus dem Automaten? Gründer entwickeln ersten Prototypen

Pizza – ein Gedicht mit fünf Buchstaben. Die Gottheit der Kulinarik. Ihre Perfektion entfaltet sich erst, wenn sie vom Schoß der Jogginghose direkt aus dem Karton in den Mund wandert.. Okay, genug Pizza-Porno.

Egal, ob vom Restaurant des Vertrauens, aus der Tiefkühlabteilung im Supermarkt oder selbst gemacht, Pizza geht immer. Vielleicht kommt in Zukunft aber noch eine weitere Möglichkeit auf die Menschheit zu, an Pizza ranzukommen: ein Pizza-Automat.

Eine wahre Pizza-Performance

Massimo De Marco, Co-Founder von Kitchen United, hat sich ein Team zusammengestellt und Piestro gegründet. Die Maschine ist ein Kasten, der mit diverser Technik ausgestattet ist. Die Bestellung der Pizza erfolgt via Touchscreen. Teig und Zutaten sind im Automaten enthalten.

Bei der Zubereitung kann man zusehen, wie die Pizza eine regelrechte Performance ablegt, wenn sie von einer Station zur nächsten befördert wird. Nach drei Minuten hält man seine Pizza im Karton in den Händen. Vom groben Aufbau her erinnert der Automat etwas an die Spielzeug-Greifautomaten auf dem Jahrmarkt.

Das Projekt befindet sich noch in der Crowdfunding-Phase. Bisher existiert lediglich ein Prototyp und das Produkt wird noch weiterentwickelt. Es verspricht Zero-Food-Waste, eine andauernd hohe Qualität der Pizzen und günstigere Kosten im Gegensatz zum Betreiben eines Restaurants.

Die Gründer sehen zwei Möglichkeiten, um sich auf dem Markt zu etablieren. Erstens durch den Direktverkauf der Pizzen an die Endkonsument*innen oder zweitens an bereits bestehende Restaurants und Unternehmen, die die Automaten einsetzen können. Bleibt abzuwarten, ob sie ihr Crowdfunding-Ziel erreichen und das Projekt weiter vorantreiben können.

Noch einige Fragen offen

Worüber die Gründer von Piestro auf der Crowdfunding-Plattform Start Engine nicht schreiben: Durch ihr Produkt fallen Arbeitsplätze weg. Was passiert, sollten sie einen Defekt haben? Wie werden die Maschinen gewartet und wer befüllt sie, wenn sie nicht von Restaurants genutzt werden?

Pizza Nom GIF by Animation Domination High-Def - Find & Share on GIPHY

Woher die Zutaten kommen sollen und wie sie in den Automaten frisch gehalten werden, erfährt man ebenfalls nicht. Auch nicht, wie lange sie dort haltbar sind und wie lange sie darin gelagert werden. Was mit ihnen passiert, sollten die Lebensmittel ausgetauscht werden müssen, bleibt auch offen, verspricht das Produkt jedoch Zero-Food-Waste. Fragen über Fragen, die die Gründer sicherlich noch in der weiteren Entwicklungsphase klären werden.

Die Beschreibung des Produktes, weshalb es für Investor*innen lukrativ ist, zielt derzeit hauptsächlich auf die Kostenminimierung ab und darauf, wie unprofitabel Pizzarestaurants sind.

©Screenshot Vimeo/Wavemaker Labs

Pizza der Zukunft?

Bisher streben die Gründer den US-Markt an, aber wer weiß, ob wir die Automaten nicht auch irgendwann in Deutschland sehen werden. Neugierig, so eine Pizza zu probieren, wären wir schon. Bis dahin ziehen wir uns weiterhin altbekannt den Kaffee aus dem Automaten und holen Pizza über andere Wege.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

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