Life & Style Hedgefonds Henning: „Lieber den Privatjet. Heli ist ein bisschen klein“

Hedgefonds Henning: „Lieber den Privatjet. Heli ist ein bisschen klein“

Die Fin-Meme-Bubble wird vor allem von zwei Instagram-Accounts maßgeblich geprägt: Hedgefonds Henning und Papas Kreditkarte. Von beiden Seiten haben wir euch bereits einige Highlights präsentiert. Für unsere letzte Ausgabe haben wir die Königsklasse der Fin-Meme-Seiten zum Interview rangeholt.

Wo auf der Welt haltet ihr euch gerade auf?

Papas Kreditkarte: In Dubai.

Hedgefonds Henning: Und ich bin zu Hause.

Heute schon investiert oder Trade getätigt?

PK: Nein, habe ich nicht. Aber ich war auch den ganzen Tag in der Wüste. Der letzte Trade, den ich getätigt habe, war gestern Abend. Da habe ich den Bitcoin-Dip nachgekauft.

HH: Nee. Krypto ist momentan sehr stark gefallen. Da habe ich überlegt, ob ich da ein bisschen was nachkaufe. Aber ehrlich gesagt habe ich das die letzten Monate gar nicht so verfolgt.

Was seid ihr im Daily Life?

PK: Ich bin a) selbstständig und b) auch noch Student. Ich studiere gerade im Master an einer Target-Uni.

HH: Ich studiere noch und schreibe gerade meine Bachelorarbeit an einer Target-Uni.

Wie sieht eure High-Performer-Freizeitgestaltung aus?

PK: Ich treffe mich gern mit Freunden, ich mache viel Party, ist ein bisschen schwierig durch Corona, aber wenn’s geht, auch gerne viel. Ich fahre Snowboard und Ski und spiele mit meinen Freunden gerne Basketball. Instagram ist mittlerweile ein großer Teil von dem, was ich mache. Und ich fahre gerne und oft Auto.

HH: Viel Sport. Ich habe früher mal Leistungssport gemacht, war Ruderer. Jetzt gehe ich vor allem ins Fitnessstudio. Ab und zu spiele ich mit Kumpels ein bisschen Fußball. Im Sommer gehe ich auch gerne schwimmen. Und am Wochenende gehe ich natürlich gerne feiern, wenn das die Situation zulässt.

Einmal den Alterscheck, bitte.

PK: 23 Jahre alt.

HH: Gerade 23 geworden.

Und die Origin-Story zu den Accounts?

PK: Gute Frage eigentlich. Ich lag nach dem Feiern nachts betrunken im Bett und habe einfach aus Spaß so eine Seite aufgemacht, weil ich ein paar Tage vorher mit Kollegen darüber geredet hatte. Und dann habe ich einfach „Papas Kreditkarte“ in mein Handy eingegeben.

HH: Seit ich 16 bin, bin ich in dem Meme-Game auf Reddit und Twitter unterwegs. Auf Instagram war ich erst später, so um 2018 rum. Ich hatte da schon ein paar kleinere allgemeine Meme-Seiten auf Facebook und dann auf Instagram. Als ich mich dann während des Abis immer mehr für Wirtschaft interessierte, kam ich in dieses Fin-Meme-Game rein.

In Amerika gab’s da schon Große – etwa Arbitrage Andy oder Trust Fund Terry. Dann habe ich angefangen zu studieren, und im dritten Semester dachte ich: Du bist voll in diesem Meme-Game, das interessiert dich, es macht dir Spaß. Auf der anderen Seite findest du Finanzmemes cool, und die gibt’s nicht auf Deutsch. Also habe ich im September 2019 meine Seite gestartet.

Woher kam das Interesse für Finanzen?

PK: Das kam so mit zwölf oder 13. Da hat mir mein Vater die Zeitung „Welt“ beim Frühstück auf den Küchentisch geknallt und meinte: „Jetzt fang mal ein bisschen was an zu lesen, damit du was über die Welt kennenlernst, damit du ein bisschen Allgemeinwissen kriegst.“ Und es hat mich nichts interessiert außer die Zahlen, die auf der Rückseite standen. Mein Vater hat mir dann ein bisschen was dazu erklärt. Dann habe ich das erste Mal auf meinem iPod Touch die Aktien-App gesehen. Seitdem verfolge ich jeden Tag die Aktienkurse.

HH: Das war irgendwann mit 16 oder 17. Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert, dann irgendwann auch für Politik. Und Wirtschaft und Aktienmärkte sind ja mehr oder weniger ein Abbild davon. Irgendwann habe ich ein paar Filme gesehen, zum Beispiel „The Wolf of Wall Street“. Ich habe mir dann bald auch Youtube-Videos von „Finanzfluss“ und „Aktien mit Kopf“ angeguckt – und habe mit 18 direkt mein Depot eröffnet.

Wie viele Flex-Nachrichten bekommt ihr so am Tag in die DMs gespült?

PK: Je nachdem. An Weihnachten hatte ich 1 000 am Tag, heute hatte ich vielleicht 100.

HH: Also DMs sind immer völlig unterschiedlich: gefühlt von 20 bis 500. An den meisten Tagen kann ich nicht alle DMs angucken. Da sind dann so ein bis zwei wirklich prollige Nachrichten bei. Und vielleicht noch fünf Stück, die etwas subtiler flexen.

Highlights, bitte: Was war denn so das Verrückteste, was euch zugeschickt wurde?

PK: Ich glaube, das war jemand, der hatte mir einen ganzen Notarvertrag eingescannt, wo er von seinem Vater Anteile am Unternehmen überschrieben bekommen hat. Auch mit notarieller Unterschrift. Für mich erschien das jetzt nicht wie ein Fake. Da stand auch eine laufende Nummer. Und eine Dame hat mir eine Anniversary Nautilus geschickt, die ich krass fand, weil ich die auch extrem schön finde. Und mir hat jemand einen LaFerrari geschickt. Das sind drei Dinge, die mir im Gedächtnis geblieben sind.

HH: Das sind alles Sachen, die man auf Instagram nicht posten kann. Jemand schickt Videos von einer Yacht, wo ein Typ mit mehreren Frauen abhängt, die alle nackt waren, irgendwelche Uhren anhaben und auch diverse Substanzen eingenommen hatten. Das habe ich schon oft bekommen: irgendwelche Leute, die auf der Toilette am Koksen sind.

Mit welcher Erfolgsweisheit kannst du dich am ehesten anfreunden?

PK: Einfach machen. Ich habe es auch gemacht, und jetzt habe ich 65 000 Follower.

HH: Ich finde „Einfach machen“ auch eine gute Weisheit. Klar, ich mache mir meistens einen Plan, aber in meinem Plan sind immer so ein paar Phasen zur Inspiration, dass man Sachen nicht komplett durchstrukturiert.

Was erwarten du und deine Community vom Leben?

PK: In erster Linie ein glückliches Leben.

HH: Ich glaube, viele sind sehr ehrgeizig. Das spiegelt sich ja in vielen Perspektiven wider. Wenn man ehrgeizig ist, geht man in einen kompetitiven Beruf, wird dort erfolgreich und im Umkehrschluss auch finanziell erfolgreich. Viele streben also nach wirtschaftlichem Erfolg. Ich glaube, generell eine Lebenseinstellung, dass man mehr aus sich herausholt und in den verschiedensten Bereichen hohe Ziele anstrebt.

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