Life & Style Wie das Startup Heyvie Menschen mit Migräne helfen möchte – per App

Wie das Startup Heyvie Menschen mit Migräne helfen möchte – per App

Wie die beiden Gründer auf Migräne kamen

Das Produkt von Krämer und Daboul ist eine Symbiose ihrer Expertise. Daboul hat Medizin studiert. Während seines Studiums wusste er jedoch bereits, dass er kein Arzt werden möchte. „Für mich war der Gedanke, Patient:innen bei Rückenschmerzen bloß eine Ibu und Physio zu verschreiben nicht sehr befriedigend“, sagt Daboul. „Ich will Patient:innen lieber zeigen, wie sie sich selbst helfen können.“ Statt wie andere Medizinstudierende ging Daboul nach dem Studium nach Dortmund in die Hirnforschung. Vor Vor 7 Jahren begann er seine neurozentrische Ausbildung in den USA bei der Firma Z-Health – mit dem Mastertrainer schloss er dieses Jahr die Ausbildung ab.

Krämer hingegen hat vor Heyvie sieben Jahre digitale Produkte wie Apps gebaut, unter anderem im Krypto-Fintech-Bereich. Er ist der Digitalo von den beiden, gab seinen sicheren und gut bezahlten Job auf, entschied sich für die Gründung. „Für mich war es einfach nicht mehr erfüllend, ob eine Person mehr oder weniger jetzt in Bitcoin investieren kann“, sagt Krämer. „Ich wollte was mit Impact machen und da gab es für mich von Beginn an nur die beiden Themen Klimaschutz und Gesundheit.“

„Alle haben gesagt, wir können neurozentriertes Training nicht digital machen. Wir wollten das Gegenteil beweisen“

Marius Krämer, Gründer Heyvie

Bei den beiden Gründern war die Idee des neurozentrierten Trainings vor der Migräne-Thematik da. Die hat sich quasi ergeben, durch Gespräche mit Menschen, die das erste allgemeine Konzept von Heyvie durchlaufen sind. Das beruhte auf Leistungssteigerung und Resilienz. „Menschen die Migräne haben, geht es wirklich nicht gut. Die meisten haben sich mit der Krankheit einfach abgefunden und damit, dass ein paar Tage im Monat verloren sind”, sagt Krämer. „Es gibt einfach nicht viele Alternativen gegen Migräne. Das war für uns der größte Ausschlagpunkt uns darauf zu spezialisieren.“

Die allererste Version der App, die haben Krämer und Daboul allerdings gelöscht. Sie hatten keinen Businessplan, haben sofort ein Produkt gebaut. „Alle haben gesagt, wir können neurozentriertes Training nicht digital machen. Wir wollten das Gegenteil beweisen”, sagt Krämer. Die erste Version war also nur ein Test-Case. Im September 2021 stellten Krämer und Daboul dann acht Mitarbeitende ein, fingen mit Heyvie so richtig an. Sie arbeiten gemeinsam dran, die App immer weiter auszubauen, sind auf der Suche nach Investor:innen. „Wir denken uns manchmal: ‚Was ist wenn irgendjemand da draußen die Fähigkeit hätte irgendwas krass Gutes für die Gesellschaft zu machen, aber sie oder er kommt nicht auf die Idee, weil die Migräne die Person ständig aufhält?’”, sagt Krämer. „Das wäre doch schade.“

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