Leadership & Karriere Keeping Up: Ich habe ChatGPT zum Thema „Arbeiterkind“ und Karriere befragt

Keeping Up: Ich habe ChatGPT zum Thema „Arbeiterkind“ und Karriere befragt

Als ich den Begriff „Arbeiterkind“ das erste Mal hörte, konnte ich mir nicht viel darunter vorstellen. Alle Menschen arbeiten, ich bin erwachsen. Also: Hä? Wie so viele Begriffe reduziert er nur ein komplexes Gefüge in einen Frame. Welche Glaubenssätze ich erst mal als „Arbeiterkind“ loswerden musste, habe ich im zweiten Teil meiner Artikelreihe geschrieben. All das heißt auch: gewisse Stereotype, Kontexte und vor allem auch Themen sind mit dem Begriff verknüpft. Welche?

Das habe ich mit ChatGPT versucht herauszufinden. Denn wenn man bedenkt, dass ChatGPT ein Sprachmodell ist und Wörter in ihrem Zusammenhang ermittelt, müssen sich damit doch verwandte Themen finden lassen. Also habe ich ChatGPT „interviewt“ und mir sowohl Fragen als auch Antworten geben lassen. Die Prompts habe ich sehr einfach gehalten. Für die Fragen: „Nenne mir sieben Fragen, die ich einem Arbeiterkind zum Thema Karriere stellen kann“. Für die Antworten: „Beantworte mir [Frage] aus der Perspektive eines Arbeiterkindes.

1 / 6
Wie hat dein familiärer Hintergrund deine Karriereziele beeinflusst?
Als Arbeiterkind beeinflusste mein familiärer Hintergrund maßgeblich meine Karriereziele. Die begrenzten Ressourcen und die fehlende akademische Tradition prägten mein Verständnis für harte Arbeit und finanzielle Stabilität. Ich war bestrebt, Bildung und Erfolg anzustreben, um meine Familie stolz zu machen und ein besseres Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig erkannte ich die Bedeutung von Chancengleichheit und setze mich dafür ein, dass auch andere aus ähnlichen Verhältnissen ihre Träume verwirklichen können. Durch mein Engagement für Bildung und die Unterstützung anderer möchte ich dazu beitragen, eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.
2 / 6
Welche Hindernisse oder Herausforderungen hast du als Arbeiterkind auf deinem Karriereweg erlebt?
Als Arbeiterkind habe ich auf meinem Karriereweg mit einigen Hindernissen zu kämpfen gehabt. Der begrenzte finanzielle Spielraum erschwerte den Zugang zu Bildung und beruflichen Möglichkeiten. Das Fehlen eines etablierten Netzwerks erschwerte die Kontaktaufnahme und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zudem stieß ich auf Vorurteile und negative Stereotype, die meine Fähigkeiten infrage stellten. Der Druck, finanziell erfolgreich zu sein, war hoch. Trotzdem habe ich mich durch harte Arbeit und Entschlossenheit nicht entmutigen lassen. Ich suchte nach Unterstützung, baute mein eigenes Netzwerk auf und nutzte jede Chance zur Weiterbildung. Diese Erfahrungen haben mich gestärkt und gezeigt, dass ich trotz der Hindernisse meinen Weg gehen kann.
3 / 6
Welche Schritte hast du unternommen, um dich auf deine Karriere vorzubereiten und dich weiterzuentwickeln?
Als Arbeiterkind habe ich hart für meine Karriereziele gearbeitet. Ich habe mich auf meine schulischen Leistungen konzentriert, praktische Erfahrungen gesammelt und mein Wissen erweitert. Nebenbei habe ich Teilzeitjobs angenommen, um finanziell unabhängiger zu werden. Ich habe mich selbstständig weitergebildet, Bücher gelesen, Online-Kurse absolviert und mich mit Gleichgesinnten vernetzt. Zudem habe ich nach Stipendien und finanzieller Unterstützung gesucht, um meine Bildungskosten zu decken. Trotz der Herausforderungen habe ich nie aufgegeben und mich kontinuierlich weiterentwickelt, um meine Chancen auf beruflichen Erfolg zu maximieren.
4 / 6
Welche Ressourcen oder Unterstützung hast du genutzt, um deine Karriereziele zu verfolgen?
Als Arbeiterkind habe ich Ressourcen wie öffentliche Bibliotheken, kostenlose Online-Kurse und Bildungs-Websites genutzt, um mein Wissen zu erweitern. Staatliche Unterstützungsprogramme, Stipendien und Bildungsfonds halfen mir, finanzielle Hürden zu überwinden. Lehrer, Berufsberater und Mentoren gaben mir fachliche Unterstützung und motivierten mich. Die Unterstützung meiner Familie und Freunde war ebenfalls wertvoll. Diese Ressourcen und Unterstützung ermöglichten es mir, meine Karriereziele zu verfolgen, Wissen aufzubauen und Hindernisse zu überwinden.
5 / 6
Gibt es bestimmte Vorurteile oder Stereotype, denen du als Arbeiterkind in Bezug auf deine Karriere begegnet bist?
Als Arbeiterkind bin ich Stereotypen begegnet, die besagten, dass meine Karrieremöglichkeiten begrenzt seien und dass ich aufgrund meines Hintergrunds bestimmte Berufe nicht erreichen könne. Manchmal wurde angenommen, dass mein Wissen und meine Fähigkeiten nicht ausreichen würden oder dass ich nicht in bestimmte soziale oder kulturelle Kontexte passe. Trotz dieser Vorurteile habe ich mich nicht entmutigen lassen. Ich habe hart gearbeitet, mich weitergebildet und meine eigene Entschlossenheit bewiesen. Ich habe gezeigt, dass mein Hintergrund keine Grenze darstellt und dass ich in der Lage bin, meine Karriereziele zu erreichen. Ich bin stolz darauf, diese Vorurteile zu widerlegen und meinen eigenen Weg zu gehen.
6 / 6
Welchen Rat würdest du anderen Arbeiterkindern geben, die eine erfolgreiche Karriere anstreben?
Glaube an dich selbst: Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und das Vertrauen in die eigene Stärke sind entscheidend für den Erfolg. Dieser positive Mindset hilft dabei, Hindernisse zu überwinden und sich auf die eigenen Ziele zu konzentrieren. Bildung ist der Schlüssel: Eine solide Bildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere. Investiere Zeit und Energie in deine Ausbildung, sei es durch schulische Leistungen, Selbststudium oder die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen. Das Streben nach Wissen und kontinuierliche Weiterentwicklung sind entscheidend. Suche nach Unterstützung: Umgeben dich mit Mentoren, Lehrern oder Berufsberatern, die an dich glauben und dich unterstützen. Diese Unterstützung ist wertvoll, um Herausforderungen zu bewältigen, Möglichkeiten zu entdecken und den eigenen Weg zu gestalten. Ein starkes Netzwerk kann Türen öffnen und wertvolle Ressourcen bereitstellen.

Persönliche Einschätzung der Antworten

An der Stelle ist anzumerken: Gibt man den Prompt genau so ein, erhält man immer wieder andere Fragen. Gleiches gilt für die Antworten. Die Themenfelder bleiben aber gleich: Bildung, Netzwerk, begrenzte Ressourcen, Hindernisse, Selbstvertrauen. Tatsächlich sind das häufige Themen im Diskurs über „Arbeiterkinder“. Sie sind auch alle wichtig und im Gegensatz zu den Antworten von ChatGPT mit Abstand nicht so generisch.

Dennoch konnte ich mich in den Antworten teilweise wiederfinden: Schulische Bildung hatte oberste Priorität. Erst Hausaufgaben, dann Hobbys. Ich sollte es mal „besser“ haben, mehr Auswahlmöglichkeiten für meine berufliche Zukunft.

Finanzieller Erfolg bedeutet, sich ohne Probleme den Lebensunterhalt sichern zu können. Durch fehlende Netzwerke und Vorbilder im näheren Umfeld, kommt man teilweise erst gar nicht auf den Gedanken gewisse Berufe auszuüben, weil sie unerreichbar scheinen. Hatte sicherlich einen Einfluss auf die Karriere, aber vielleicht wäre ich auch mit Netzwerk den Weg gegangen, den ich gegangen bin. I will never know.

Ich persönlich hatte das Glück, nicht auf Vorurteile oder Ähnliches gestoßen zu sein. Vielleicht, weil ich auf dem Gymnasium war, studiert habe und damit quasi mehr oder weniger „undercover“ war. Nebenjobs, klar. Während andere nach dem Abi in Australien waren, habe ich Praktika und Mini-Jobs gemacht, um Geld zu verdienen, um es „für später“ auf die Seite zu legen. Auf Bildung konzentrieren war auch im Studium mehr als wichtig, man will es sich schließlich zu keinem Zeitpunkt „versauen“, sich einen Weg abkappen, wegen schlechter Leistung. Alle Wege müssen möglichst lange offen sein. Denn man wird nicht immer den Favorite-Weg gehen können.

Unterstützung gab es meist, dass sich das Umfeld wünscht, dass man es schafft und finanziell unterstützt wo es geht. Ich wusste damals nichts von Netzwerken für „Arbeiterkinder“. Für sowas sind dann Plattformen wie Linkedin tatsächlich gut. Man hat Vorbilder, kann in Kontakt gehen, nach Hilfe fragen. Diese mögliche Nähe ist wertvoll.

Übrigens: Ich habe ChatGPT auch Fragen für „Akademikerkinder“ stellen lassen. Auffallend: Das Wort Hindernis tauchte nicht auf, stattdessen das Wort Vorteil. Sprich: „Welche Vorteile und Herausforderungen“ statt wie bei „Arbeiterkindern“: „Hindernisse und Herausforderungen“. Auch interessant: Fragen der Erwartungshaltung wie: „Wie gehst du damit um, dass deine Eltern oder andere Familienmitglieder möglicherweise hohe Erwartungen an deine beruflichen Leistungen haben?“. Gibt es bei Arbeiterkindern übrigens auch, wenn sie es unbedingt besser haben sollen und man weiß, die Eltern geben alles, was sie können.

Hier geht es zum ersten Artikel der Reihe.

Das könnte dich auch interessieren

Umfrage: Was die CEOs der Großunternehmen über das Homeoffice denken Leadership & Karriere
Umfrage: Was die CEOs der Großunternehmen über das Homeoffice denken
In diesen 5 Branchen arbeitet es sich am besten Leadership & Karriere
In diesen 5 Branchen arbeitet es sich am besten
Marina Zubrod: „Es ist nicht romantisch, Unternehmer zu sein“ Leadership & Karriere
Marina Zubrod: „Es ist nicht romantisch, Unternehmer zu sein“
Studie zeigt: Trotz Pandemie bleibt befürchteter Kündigungstrend aus Leadership & Karriere
Studie zeigt: Trotz Pandemie bleibt befürchteter Kündigungstrend aus
Sensibilität und Beruf: Wie passt das zusammen? Leadership & Karriere
Sensibilität und Beruf: Wie passt das zusammen?