work wise · Besoldungstabelle A

Bundeswehr-Gehalt 2026: Aufrüstung zahlt sich aus

Bundeswehr-Gehalt 2026
Unsplash / Touko Aikioniemi Bundeswehr-Gehalt 2026
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit5 Min · 1.050 Wörter
Seite1 / 2

Deutschland rüstet auf, die Bundeswehr-Besoldung stieg ab Mai 2026 um 2,8 Prozent. Was Rekruten, Reservisten und Karrieresoldaten wirklich auf dem Konto haben.

Deutschland gibt mehr Geld für Verteidigung aus und ein Teil davon landet direkt auf den Gehaltskonten der Truppe. Seit dem 1. Mai 2026 greift eine Besoldungserhöhung von 2,8 Prozent für Bundesbeamtinnen, Berufs- und Zeitsoldatinnen, wie Wmn berichtet.

Parallel dazu verschwindet die bisherige Eingangsstufe 1 der Besoldungstabelle A, wodurch Berufseinsteiger*innen künftig direkt mit einem höheren Grundgehalt starten.

Sold statt Gehalt, aber mit Mehrwert

Wer bei der Truppe anheuert, bekommt im juristischen Sinne kein Gehalt, sondern Besoldung oder Wehrsold. Der Unterschied ist mehr als Semantik: Die Bezüge fließen monatlich im Voraus und ohne Abzüge für Renten- oder Arbeitslosenversicherung, erklärt Wmn. Im Gegenzug entfällt die klassische gesetzliche Absicherung, dafür gibt es Heilfürsorge und für BerufssoldatInnen eine Pension von bis zu 71,75 Prozent der letzten Dienstbezüge. Laut Bundeswehr bilden die rund 180.000 Zeit- und Berufssoldatinnen die größte Beschäftigtengruppe. Ihr Grundgehalt richtet sich nach Dienstgrad und Erfahrungsstufe, von Besoldungsgruppe A 3 bei Rekruten bis A 16 bei Oberst oder Kapitän zur See. Grundlage dafür ist das Bundesbesoldungsgesetz, das über das sogenannte Alimentationsprinzip den Dienstherrn verpflichtet, Soldatinnen und Soldaten im aktiven Dienst, bei Krankheit und im Alter einen dem Amt angemessenen Lebensunterhalt zu sichern.

Im Gegenzug stehen sie in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis, das unter anderem das Streikrecht ausschließt, so Bundeswehr. Wer in besondere Positionen aufsteigt, etwa als General oder Admiral, wechselt in die eigens dafür vorgesehene Besoldungsordnung B. Die Erfahrungsstufen innerhalb der Besoldungsordnung A sind dabei der eigentliche Taktgeber für Gehaltssprünge. Mit der ersten Ernennung wird zunächst Stufe 1 festgesetzt, danach erfolgt der Aufstieg alle zwei bis vier Jahre, sofern anforderungsgerechte Leistungen erbracht wurden. Bei dauerhaft herausragender Leistung kann sogar vorzeitig das Grundgehalt der nächsthöheren Stufe gezahlt werden, eine sogenannte Leistungsstufe, wie Bundeswehr ausführt. Ein Rekrut in Besoldungsgruppe A 5 startet laut Nxtgen Athlete mit etwa 2.940 bis 2.960 Euro brutto und kommt nach Abzügen auf rund 2.000 bis 2.200 Euro netto.

Zulagen als heimlicher Gehaltstreiber

Das eigentliche ökonomische Kalkül liegt in den Zulagen. Der Familienzuschlag variiert laut Bundeswehr je nach Kinderzahl zwischen knapp 200 und über 400 Euro monatlich. Luftfahrzeugbesatzungen erhalten laut Wmn rund 700 Euro zusätzlich, Fallschirmjäger/nnen oder KampftaucherInnen zwischen 200 und 350 Euro. Daneben unterscheidet die Bundeswehr systematisch zwischen Amts- und Stellenzulagen für herausgehobene Funktionen wie Feuerwerker oder Pilotinnen, Erschwerniszulagen für besondere körperliche oder psychische Belastungen sowie Vergütungen für zeitliche Belastungen, etwa die häufig greifende Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten bei Nacht- oder Sonntagsarbeit.

Wer im Ausland Dienst leistet, bekommt zusätzlich zu den Inlandsbezügen steuerfreie Auslandsbezüge wie Auslandszuschlag und Mietzuschuss, ergänzt um einen möglichen Kaufkraftausgleich. Davon klar abzugrenzen ist der Auslandsverwendungszuschlag, der speziell bei Einsätzen wie KFOR im Kosovo gezahlt wird, so Bundeswehr. Für ReservistInnen gelten eigene Sätze: Nach dem Unterhaltssicherungsgesetz wird ArbeitnehmerInnen der Verdienstausfall bis maximal 301 Euro pro Tag ersetzt, Selbstständige erhalten bis zu 430 Euro täglich, wie Bundeswehr dokumentiert. Wer sich für mindestens 33 Tage im Kalenderjahr zum längeren Dienst verpflichtet, bekommt einen Zuschlag von 35 Euro pro Tag, gedeckelt auf 1.470 Euro jährlich. Ohne diese Verpflichtung greift stattdessen ein Zuschlag von 70 Euro täglich, begrenzt auf 700 Euro pro Jahr.

Kaserne als unsichtbarer Vermögenstransfer

Kostenlose Unterkunft und Verpflegung, kostenfreies Bahnfahren in Uniform sind seit 2021 gesetzlich verankert, dazu Nachversicherung in der Rentenversicherung komplett auf Kosten des Bundes: Diese Sachleistungen tauchen in keiner Gehaltsabrechnung auf, verändern aber die reale Vermögensbilanz erheblich. Für Zeitsoldatinnen übernimmt der Bund sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung vollständig, berichtet Bundeswehr.

Portrait Business Punk Redaktion

Business Punk Redaktion

Hier schreibt die Business-Punk-Redaktion. Mal er, mal sie, mal gar keiner. Ach und kauft unser Heft! Danke.