Leadership & Karriere Fünf Wege aus der Krise: Was Unternehmer:innen tun können, wenn das Geld knapp wird

Fünf Wege aus der Krise: Was Unternehmer:innen tun können, wenn das Geld knapp wird

Ein Gastbeitrag von Stephan Krehl

Mit all den Öffnungen und der positiven Stimmung könnte man meinen, die Coronakrise sei vorbei. Aber wie sieht das aktuell bei den Unternehmen tatsächlich aus?

Die DIHK hat dazu gerade eine Umfrage veröffentlicht und dafür mehr als 27.000 Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Besonders kleine Unternehmen leiden unter den Folgen von Corona und zwar vor allem in finanzieller Hinsicht. Der Kampf um die eigene Existenz hat gerade erst begonnen.

Die wirtschaftlichen Ausmaße für Unternehmen zeigen sich erst nach der Krise 

Ich arbeite bei Agicap jeden Tag mit Unternehmen zusammen, die gemeinsam mit uns Transparenz über ihren Cashflow gewinnen. Dabei erleben wir immer wieder, dass die jetzt auftretenden Herausforderungen für viele Unternehmer:innen eine komplett neue und überfordernde Situation darstellen. Man freut sich monatelang auf die Wiedereröffnung des Unternehmens und dann wird einem bewusst, wie teuer und komplex der Schritt zurück zur Normalität ist. 

Stephan Krehl ist seit Oktober 2020 als Country Manager für den deutschen Markt bei Agicap verantwortlich. ©Agicap

Die Puffer sind geschmolzen, der Schuldenberg angehäuft und man ist Verbindlichkeiten eingegangen, auf die man sich als Unternehmer:in erst einmal einstellen muss. Das Hauptproblem ist klar: Die Komplexität hat enorm zugenommen. Wir sprechen von ungeplanten Zahlungsverzögerungen und -ausfällen und krisenbedingten Schwankungen. Hinzu kommt die Corona-Hilfe, die wiederum völlig neue Fragen aufwirft. Muss man die Hilfe über die Steuer wieder zurückzahlen? Wann und wie muss ich Einnahmen und Ausgaben generieren, damit mir diese nicht von der Hilfe abgezogen werden? 

Die konstante Anwendung der folgenden Tipps können dabei helfen, wieder liquide zu werden:

Transparency is Key 

Der wichtigste Schritt, um sein Geld beisammen zu halten, ist zu wissen, wofür man es eigentlich ausgibt. Heißt: Was, wann und wofür sind meine Ausgaben und wie sieht die Entwicklung für die nächsten Tage, Wochen und Monate aus? Dabei solltet ihr darauf achten, dass ihr die Angaben möglichst immer und überall in Echtzeit abrufbar und griffbereit habt.

Analysiert eure Möglichkeiten 

Schon kleine Einsparungen können in Krisenzeiten existenziell sein. Deswegen ist es wichtig jeden einzelnen Posten zu analysieren und basierend darauf Optionen abzuwägen. Könnt ihr vielleicht durch die Absprache mit den Verantwortlichen einen Jahresvertrag in einen Monatsvertrag umwandeln oder gibt es die Möglichkeit, durch einen geringen Aufpreis die Kosten über mehrere Monate zu strecken? 

Schafft neue Finanzierungsquellen 

Die eben angesprochene Transparenz ermöglicht euch ein überzeugendes Reporting und eine strukturierte Finanzplanung. Grundvoraussetzungen, die für einen erfolgreichen Termin bei der Bank essentiell sind und euch unter anderem dabei helfen können, neue Investor:innen anzulocken. 

Optimiert die Kostenseite 

Stellt euch die Frage: Was schluckt viel Geld, aber bringt nicht das nötige Ergebnis? Kurz gesagt: Überflüssiges radikal ausstreichen und Teilprozesse outsourcen, damit der Fokus auf die Kernprozesse gelegt werden kann

Vergesst die Einnahmeseite nicht

Mindestens genauso wichtig, um wieder liquide zu werden, ist die Optimierung der Einkünfte durch das Kategorisieren der Umsätze. Welche Kanäle laufen gut, welche eher weniger? Ein gut laufender Kanal sollte dementsprechend mehr gefördert werden, während ein weniger erfolgreicher gestrichen werden sollte.

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