Schön gefailt: Wieso Susanne Leiding zwei Nächte um ihren Küchentisch gerannt ist

Fails am Arbeitsplatz passieren wirklich allen: egal, ob es sich um ein fragwürdiges Design, eine schlechte Performance im Büro oder ein schiefgegangenes Experiment handelt, das die Chefin auf die Palme gebracht hat. In unserer neuen Reihe „Schön gefailt“ erzählen Gründer*innen und Unternehmer*innen jeden Freitag, was ihr größter Fail war, wie sie damit umgegangen sind – und was sie daraus gelernt haben und ihrem jüngeren Ich heute raten würden.

Der heutige Beitrag kommt von Susanne Leiding. Sie ist Innovationsmanagerin und hat gemeinsam mit ihrem Partner Khanh Tuong, Softwareunternehmer, 2018 das E-Commerce Startup Sondermoment gegründet. Damit wollen sie Produkte entwickeln, die Menschen dabei unterstützen, ihre Freundschaften, Beziehungen und Selbstreflexion zu verbessern.

Susanne Leiding von Sondermoment:

Mein Freund und ich haben Sondermoment 2018 gegründet, ein Herzensprojekt von uns, womit wir Beziehungen auf eine spielerische Art und Weise stärken möchten. Denn als wir in eine neue Stadt gezogen sind, ist uns aufgefallen wie oberflächlich viele Gespräche sind, insbesondere in so dynamischen und schnelllebigen Städten wie Berlin. Wenn man heutzutage genau hinhört, hört man wie Menschen nur von sich selbst erzählen oder nur echt oberflächlich nachfragen. Deswegen wollen wir mit einer Reihe von Fragespielen dabei helfen, bewusste und tiefgründige Gespräche zu führen. Dafür haben wir 48 praxiserprobte Fragekarten entwickelt.

Für den Druck der ersten Kartensets haben wir uns für eine Berliner Druckerei entschieden. Diese machte uns zwei Angebote. Druck von 500 Kartensets und Sortierung oder Druck von 500 Kartensets ohne Sortierung. Mit unserer „hands-on“-Mentalität (und wohl etwas Naivität), dachten wir, dass wir mit einem Glas Wein und ein paar Stündchen am Abend (nach unserem Vollzeitjob) die Sets selbst sortieren können. Deshalb entschieden wir uns relativ schnell für das zweite Angebot und noch dazu sparten wir knapp 300 Euro.

Wir warteten also auf die Lieferung. Etwas „überrascht“ von der Vielzahl an Paketen, haben wir unsere Lektion dann gelernt. Wie sich sehr schnell herausstellte, wurden aus den kalkulierten „zwei bis drei Stunden“ zwei lange Nächte, in denen wir bis in die Morgenstunden 500 Kartensets zusammensortierten: 500 x 51 Karten sind über 25.000 Karten. Relativ schnell hat sich es ergeben, dass wir zwei Nächte eigentlich nur um unseren Esstisch gelaufen sind, um die Karten zu sortieren. Was wir daraus gelernt haben: Menschen, die den ganzen Tag am Computer arbeiten, sollten nie unterschätzen, wie mühselig (und wertvoll) physische Arbeit ist. Das war die erste Lektion. Und außerdem: Niemals an den falschen Stellen sparen.

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