Prof. Dr. David
Matusiewicz
Ruhrgebiet
Interview: Oliver Stock: Wer bist du eigentlich?„Das größte Potenzial des Ruhrgebiets besteht darin, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen – mit und für die Menschen hier.“Prof. Dr. David Matusiewicz David Matusiewicz: Mein Name ist David,…
Interview:
Oliver Stock: Wer bist du eigentlich?
„Das größte Potenzial des Ruhrgebiets besteht darin, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen – mit und für die Menschen hier.“Prof. Dr. David Matusiewicz
David Matusiewicz: Mein Name ist David, ich bin Dekan und Institutsdirektor an der FOM-Hochschule in Essen, leite den Bereich Gesundheit und bin seit vielen Jahren Unternehmer rund um digitale Gesundheit.
Oliver Stock: Du bist Professor und Unternehmer gleichzeitig – wie passt das zusammen?
David Matusiewicz: Ich kombiniere die Sicherheit des Professorenamts mit der Freiheit unternehmerischer Tätigkeit. Schon immer war ich teils Angestellter, teils selbstständig – und genieße beide Welten.
Oliver Stock: Profitieren deine Studierenden davon?
David Matusiewicz: Ja, sie bekommen Praxis-Know-how direkt vermittelt – von Marketingkampagnen über Startups bis hin zu digitalen Innovationen. Dieser Wissenstransfer von Praxis zu Theorie ist mir wichtig.
Oliver Stock: Was fehlt aus deiner Sicht in der deutschen Hochschullandschaft?
David Matusiewicz: Oft der Transfer von Forschung in die Praxis. Patente und Ideen gibt es viele – aber daraus Geschäftsmodelle zu bauen, ist die eigentliche Herausforderung.
Oliver Stock: Bist du ein Kind des Potts?
David Matusiewicz: Geboren in Katowice, Polen – also im „anderen Pott“ – kam ich mit drei Jahren ins Ruhrgebiet. Aufgewachsen in Oer-Erkenschwick bei Recklinghausen, lebe ich bis heute hier.
Oliver Stock: Hast du jemals überlegt wegzugehen?
David Matusiewicz: Nein. Von hier aus komme ich überall hin. Und ich lebe gerne im Ruhrgebiet – grün, vielfältig, bunt.
Oliver Stock: Wie würdest du den Standort wirtschaftlich beschreiben?
David Matusiewicz: Stark geprägt von Industrie, aber mitten in der Transformation hin zu E-Commerce, Startups und neuen Technologien. Wir haben enormes „Brain Capital“ mit vielen Studierenden und sind auf dem Weg zur Dienstleistungs- und Tech-Gesellschaft.
Oliver Stock: Wo steht der Strukturwandel – auf einer Skala von 1 bis 10?
David Matusiewicz: Bei 5. Wir haben viel geschafft, aber auch noch viel vor uns. Die nächsten Jahre werden entscheidend, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Oliver Stock: Was ist typisch für die DNA des Ruhrgebiets?
David Matusiewicz: Zusammenhalt, Pragmatismus, Tatkraft. Das merkt man bei Traditionen wie dem Steigerlied oder auch Konzerten von Herbert Grönemeyer – ehrliche Herzlichkeit und „Anpacken“-Spirit.
Oliver Stock: Welche Persönlichkeiten verbindest du mit dem Ruhrgebiet?
David Matusiewicz: Historisch Krupp, in der Musik Herbert Grönemeyer, in der Wirtschaft die Familie Albrecht mit Aldi. Viele haben das Ruhrgebiet geprägt.
Oliver Stock: Was antwortest du Menschen aus München oder Berlin, die das Ruhrgebiet unterschätzen?
David Matusiewicz: Einfach herkommen, erleben, ins Bermudadreieck in Bochum gehen – dann spürt man die Kultur, die Industriebauten, die Vielfalt und das viele Grün.
Oliver Stock: Dein Sehnsuchtsort im Pott?
David Matusiewicz: Die Kranger Kirmes in Herne – mitten im Ruhrgebiet, mitten unter den Menschen.
Oliver Stock: Und was ist mit Schalke?
David Matusiewicz: Mich fasziniert die Stimmung im Stadion – 60.000 Menschen, Fahnen, Emotionen. Das ist Ruhrgebiet.
Oliver Stock: In diesem Sinne – Glück auf!
David Matusiewicz: Glück auf!