Daniel Nunzella
„Der Digital Marketing Kongress Ruhr ist entstanden, um Wissenslücken in der Branche zu schließen und Menschen besser zu vernetzen.“
„Der Digital Marketing Kongress Ruhr ist entstanden, um Wissenslücken in der Branche zu schließen und Menschen besser zu vernetzen.“

Daniel Nunzella

Marketingexperte, Geschäftsführer von Steiger & Partner und Gründer des Digital Marketing Kongresses Ruhr
Pottografie

Daniel Nunzella ist Marketingexperte und Unternehmer aus dem Ruhrgebiet. Der gebürtige Gelsenkirchener arbeitet seit über 25 Jahren im Digital- und Marketingbereich und führt die Agentur Steiger & Partner mit den Schwerpunkten Performance-Marketing und strategische Beratung für Mittelstand und Industrie. Neben seiner Agenturarbeit organisiert er Marketing- und Netzwerkveranstaltungen und ist Gründer des Digital Marketing Kongress Ruhr, eines kuratierten Unternehmer- und Leadership-Events für Marketing im Ruhrgebiet. Zuvor war er unter anderem als Chief Marketing Officer bei My Best Concept sowie in verschiedenen Marketing- und Projektleiterrollen tätig. Nunzella lebt und arbeitet im Ruhrgebiet und versteht Bochum als seine berufliche Heimat.
Interview mit Business Punk Chefredakteur Oliver Stock: [Oliver Stock]: Hallo Daniel, stell dich doch bitte kurz vor. [Daniel Nunzella]: Hallo, mein Name ist Daniel Nunzella, ich bin 43 Jahre alt, in Gelsenkirchen geboren und ein echter Ruhrpottler. Ich freue mich, heute hier zu sein. [Oliver Stock]: Was ist das Besondere an Gelsenkirchen? [Daniel Nunzella]: Ich glaube, Gelsenkirchen zeichnet sich vor allem durch ein sehr breites kulturelles Spektrum aus. Ehrlichkeit und Authentizität. Ja, Gelsenkirchen ist für mich, genauso wie Bochum, der Mittelpunkt des Ruhrgebiets und sehr charakterstark. [Oliver Stock]: Du arbeitest jetzt in Bochum. Was bedeutet Bochum für dich? [Daniel Nunzella]: Bochum ist meine Heimat. Wenn man im gesamten Ruhrgebiet nach der Stadt fragt, die ich immer als Erstes nennen würde, dann ist es wahrscheinlich Bochum. Es gibt eine ganz tolle Start-up-Szene und eine ganz tolle Mentalität, gerade wenn es um innovative Geschichten und Zusammenhalt geht. Und letztlich kann ich immer nur sagen: Die Menschen, die im Ruhrgebiet und speziell in Bochum leben, sind sehr authentisch, also direkt. Sie reden nicht um den heißen Brei herum. Hast du Lust, was zu machen? Ja oder nein? Okay, bumm, und dann läuft's eigentlich. [Oliver Stock]: Erzähl mir doch kurz, was du in Bochum beruflich machst. [Daniel Nunzella]: Ich bin seit über 25 Jahren im Digital- oder Marketingbereich tätig und führe seit fünf Jahren die Agentur Steiger Consulting mit den Schwerpunkten Performance-Marketing und Strategieentwicklung für den Mittelstand und die Industrie. Zudem organisiere ich Veranstaltungen und Events. [Oliver Stock]: Kannst du uns deine Veranstaltung kurz vorstellen und erklären, was sie so besonders macht? [Daniel Nunzella]: Im Augenblick veranstalten wir im fünften Jahr in Folge den Digital Marketing Congress Ruhr. Das ist ein auf 300 Gäste beschränkter Unternehmer-Leadership-Marketing-Kongress im Ruhrgebiet. Erwähnenswert ist, dass die Tickets nicht frei verkäuflich sind, sondern dass wir das Publikum genauso wie die Speaker kuratieren. Uns geht es dabei vor allem darum, Wissenslücken in der Branche in diesen Bereichen aufzudecken oder zu schließen. Es geht also um Netzwerken. Ich denke, dass das gesamte Ruhrgebiet ein riesiges Potenzial hat. In diesem Ballungsgebiet leben 5 Millionen Menschen und ich wundere mich immer, dass sich die Leute so wenig vernetzen. Und so wenig Synergien entstehen. Der DMKR ist quasi aus der Idee entstanden, mit den vielen Mythen in der Branche aufzuräumen. Einerseits bot sich die Möglichkeit, Unternehmen wie Google, Jung von Matt und Meta ins Ruhrgebiet zu holen und sie selbst pitchen zu lassen. Was ist das nächste große Ding? Was passiert gerade? Wie ist deren Einschätzung zum gesamten Markt? [Oliver Stock]: Okay, welche sind deiner Meinung nach die größten Potenziale des Ruhrgebiets? [Daniel Nunzella]: Kulturelle Vielfalt und auch diese Nahbarkeit. Ja, das Ruhrgebiet, dieser Gedanke wurde schon mal aufgegriffen, wobei es eigentlich als eine große Stadt oder eine Metropole bezeichnet werden sollte. Wenn man sich jetzt andere Metropolen anguckt und das an quantitativen oder oberflächlichen Punkten festmacht, dann sieht man, dass das Ruhrgebiet ein enormes Potenzial an Firmen und Start-ups hat, die viel vernetzter und synergetischer miteinander arbeiten könnten. Und ich glaube, das ist auch für die Zukunft wirklich ein Punkt, den man nicht aus den Augen verlieren sollte: dass man mehr Synergien und Gemeinsamkeiten schafft und so nach vorne kommt. [Oliver Stock]: Was wünschst du dir für den Pott in den nächsten Jahren? [Daniel Nunzella]: Mehr Selbstvertrauen, viel mehr Selbstvertrauen. [Oliver Stock]: Und was würdest du jungen Leuten mitgeben, die entweder im Pott sind oder in den Pott kommen wollen? [Daniel Nunzella]: Do it! Ich glaube, dass die Metropolen, wie wir sie kennen – Berlin, Hamburg etc. –, ihre Vorzüge haben. Aber ich glaube auch, dass das Ruhrgebiet sich massiv unter Wert verkauft. Das sehen wir auch an den Menschen, die eigentlich aktiv sind. Ich denke, dass gerade kleine Veranstaltungen wie der DMKR oder auch größere wie der Ruhr Summit dazu beitragen, das Ruhrgebiet auf die Karte zu setzen. Wir können hier die Fahne hochhalten und sagen: Hey, wir haben coole Sachen, kommt mal vorbei. Wir haben eine sehr authentische Art, die wir mit uns tragen. Und ich glaube, da sind wir auch sehr offen. [Oliver Stock]: Letzte Frage: Was sollte man sich unbedingt ansehen, wenn man von außerhalb in den Pott kommt, abgesehen von den klassischen Kongressen? [Daniel Nunzella]: Was sollte er gesehen haben? Ich würde es anders sagen. Ich glaube, man muss den Pott fühlen. Nirgendwo gibt es eine solche Historie, die der Pott aus der Industrie mit sich trägt, und den Wandel und die Probleme, die hier sind. Das gibt dem Ganzen so ein Gefühl, das über allem liegt. Den Pott muss man fühlen, die Menschen muss man fühlen, man muss das verstehen. Wenn man sich wirklich etwas Schönes angucken kann, dann sind es bestimmt Objekte wie Zollverein, die unsere Zechenkultur nach wie vor sichtbar machen und sagen: „Hey, das haben wir damals gemacht.” Und ja. [Oliver Stock]: In diesem Sinne: Glück auf! [Daniel Nunzella]: Glück auf und vielen Dank!
„Ich glaube, dass das Ruhrgebiet sich massiv unter Wert verkauft.“