Inspiring People · Ausgabe #05

Daniel
Nunzella

Gelsenkirchen
Daniel Nunzella
„Der Digital Marketing Kongress Ruhr ist entstanden, um Wissenslücken in der Branche zu schließen und Menschen besser zu vernetzen.“
Erschienen
Lesezeit4 Min · 852 Wörter
Feld Marketing

InterviewInterview mit Business Punk Chefredakteur Oliver Stock:

Hallo Daniel, stell dich doch bitte kurz vor.

Hallo, mein Name ist Daniel Nunzella, ich bin 43 Jahre alt, in Gelsenkirchen geboren und ein echter Ruhrpottler. Ich freue mich, heute hier zu sein.

„Ich glaube, dass das Ruhrgebiet sich massiv unter Wert verkauft.“
Daniel Nunzella

Was ist das Besondere an Gelsenkirchen?

Ich glaube, Gelsenkirchen zeichnet sich vor allem durch ein sehr breites kulturelles Spektrum aus. Ehrlichkeit und Authentizität. Ja, Gelsenkirchen ist für mich, genauso wie Bochum, der Mittelpunkt des Ruhrgebiets und sehr charakterstark.

Du arbeitest jetzt in Bochum. Was bedeutet Bochum für dich?

Bochum ist meine Heimat. Wenn man im gesamten Ruhrgebiet nach der Stadt fragt, die ich immer als Erstes nennen würde, dann ist es wahrscheinlich Bochum. Es gibt eine ganz tolle Start-up-Szene und eine ganz tolle Mentalität, gerade wenn es um innovative Geschichten und Zusammenhalt geht. Und letztlich kann ich immer nur sagen: Die Menschen, die im Ruhrgebiet und speziell in Bochum leben, sind sehr authentisch, also direkt. Sie reden nicht um den heißen Brei herum. Hast du Lust, was zu machen? Ja oder nein? Okay, bumm, und dann läuft’s eigentlich.

Erzähl mir doch kurz, was du in Bochum beruflich machst.

Ich bin seit über 25 Jahren im Digital- oder Marketingbereich tätig und führe seit fünf Jahren die Agentur Steiger Consulting mit den Schwerpunkten Performance-Marketing und Strategieentwicklung für den Mittelstand und die Industrie. Zudem organisiere ich Veranstaltungen und Events.

Kannst du uns deine Veranstaltung kurz vorstellen und erklären, was sie so besonders macht?

Im Augenblick veranstalten wir im fünften Jahr in Folge den Digital Marketing Congress Ruhr. Das ist ein auf 300 Gäste beschränkter Unternehmer-Leadership-Marketing-Kongress im Ruhrgebiet. Erwähnenswert ist, dass die Tickets nicht frei verkäuflich sind, sondern dass wir das Publikum genauso wie die Speaker kuratieren. Uns geht es dabei vor allem darum, Wissenslücken in der Branche in diesen Bereichen aufzudecken oder zu schließen. Es geht also um Netzwerken. Ich denke, dass das gesamte Ruhrgebiet ein riesiges Potenzial hat. In diesem Ballungsgebiet leben 5 Millionen Menschen und ich wundere mich immer, dass sich die Leute so wenig vernetzen. Und so wenig Synergien entstehen. Der DMKR ist quasi aus der Idee entstanden, mit den vielen Mythen in der Branche aufzuräumen. Einerseits bot sich die Möglichkeit, Unternehmen wie Google, Jung von Matt und Meta ins Ruhrgebiet zu holen und sie selbst pitchen zu lassen. Was ist das nächste große Ding? Was passiert gerade? Wie ist deren Einschätzung zum gesamten Markt?

Okay, welche sind deiner Meinung nach die größten Potenziale des Ruhrgebiets?

Kulturelle Vielfalt und auch diese Nahbarkeit. Ja, das Ruhrgebiet, dieser Gedanke wurde schon mal aufgegriffen, wobei es eigentlich als eine große Stadt oder eine Metropole bezeichnet werden sollte. Wenn man sich jetzt andere Metropolen anguckt und das an quantitativen oder oberflächlichen Punkten festmacht, dann sieht man, dass das Ruhrgebiet ein enormes Potenzial an Firmen und Start-ups hat, die viel vernetzter und synergetischer miteinander arbeiten könnten. Und ich glaube, das ist auch für die Zukunft wirklich ein Punkt, den man nicht aus den Augen verlieren sollte: dass man mehr Synergien und Gemeinsamkeiten schafft und so nach vorne kommt.

Was wünschst du dir für den Pott in den nächsten Jahren?

Mehr Selbstvertrauen, viel mehr Selbstvertrauen.

Und was würdest du jungen Leuten mitgeben, die entweder im Pott sind oder in den Pott kommen wollen?

Do it! Ich glaube, dass die Metropolen, wie wir sie kennen – Berlin, Hamburg etc. –, ihre Vorzüge haben. Aber ich glaube auch, dass das Ruhrgebiet sich massiv unter Wert verkauft. Das sehen wir auch an den Menschen, die eigentlich aktiv sind. Ich denke, dass gerade kleine Veranstaltungen wie der DMKR oder auch größere wie der Ruhr Summit dazu beitragen, das Ruhrgebiet auf die Karte zu setzen. Wir können hier die Fahne hochhalten und sagen: Hey, wir haben coole Sachen, kommt mal vorbei. Wir haben eine sehr authentische Art, die wir mit uns tragen. Und ich glaube, da sind wir auch sehr offen.

Letzte Frage: Was sollte man sich unbedingt ansehen, wenn man von außerhalb in den Pott kommt, abgesehen von den klassischen Kongressen?

Was sollte er gesehen haben? Ich würde es anders sagen. Ich glaube, man muss den Pott fühlen. Nirgendwo gibt es eine solche Historie, die der Pott aus der Industrie mit sich trägt, und den Wandel und die Probleme, die hier sind. Das gibt dem Ganzen so ein Gefühl, das über allem liegt. Den Pott muss man fühlen, die Menschen muss man fühlen, man muss das verstehen. Wenn man sich wirklich etwas Schönes angucken kann, dann sind es bestimmt Objekte wie Zollverein, die unsere Zechenkultur nach wie vor sichtbar machen und sagen: „Hey, das haben wir damals gemacht.” Und ja.

In diesem Sinne: Glück auf!

Glück auf und vielen Dank!